Archiv für März 2009

Neues Deutschland, altes Babylon

Die Tageszeitung Neues Deutschland berichtet in ihrer heutigen Ausgabe unter dem Titel „Kino entlässt Gewerkschafter“ erneut über die Situation im Babylon.

Kleine Lügen

Die Chefetage des Kino Babylon zeigt sich lernresistent und sägt weiter an dem Ast, auf dem sie sitzt. Der neuste Streich: auf die Frage, warum eine Service-Mitarbeiterin nicht mehr im aktuellen Dienstplanentwurf eingetragen ist, antwortete Theaterleiter Jens Mikat, sie hätte darum gebeten, aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden zu dürfen, da sie ab 01. April einen anderen Job habe. Auf Nachfragen bei der Mitarbeiterin stellte sich allerdings heraus, daß sie keineswegs aus dem Babylon weggehen wollte, sondern nur weniger hier, dafür mehr woanders arbeiten. Nur vom Babylon kann ja auch fast keiner hier leben, man braucht mehrere Jobs oder zusätzlich Hartz 4 (was auch ein Job ist). Nur vom Babylon können wahrscheinlich nur die Geschäftsführer leben. Die versuchten nun, die Mitarbeiterin per Aufhebungsvertrag und indem sie diese einfach nicht mehr in den Dienstplan eintrugen loszuwerden. Auf Nachfragen des Betriebsrates wurde dieser „kleine Fehler“ korrigiert, die Mitarbeiterin arbeitet weiter in ihrem Kino, welches sie trotz allem liebt.

Die Betriebsleitung hat niemals rechtliche und menschliche Mindeststandards missachtet. Dafür läßt sich nicht ein Beispiel finden.

(aus der Stellungnahme der Geschäftsleitung an Senat und Öffentlichkeit als Reaktion auf die Pressemitteilung des Betriebsrates).
Recht ist anders. Menschlich auch. Und: clever auch. Setzen, Sechs.

Solidaritäts-Erklärung

Auf einer Extra-Seite des Blogs findet ihr nun die Möglichkeit, eine Solidaritätserklärung zu unterschreiben. Des weiteren rufen wir nach wie vor dazu auf, sich bei den Geschäftsführern Timothy Grossman und Tobias Hackel, sowie dem Theaterleiter Jens Mikat, der die Entlassung gegen den Vorführer und Gewerkschafter Benoit Robin forciert hat, über dieses Vorgehen zu beschweren.

Hier die Kontaktdaten:

Kino Babylon Mitte
Neue Babylon Berlin GmbH
Geschäftsführung
Timothy Grossman / Tobias Hackel
Rosa-Luxemburg-Str. 30
10178 Berlin

tgrossman@kinoundkonzerte.de
hackel@babylonberlin.de
mikat@babylonberlin.de

Fax: 030-24 727 800
Tel: 030-24 727 804

Rauswurf nach Gewerkschaftseintritt

Die Geschäftsleitung zeigt erneut ihren Unwillen, auf die Forderungen der Belegschaft einzugehen, und entlässt einen aktiven Gewerkschafter. Die FAU Berlin ruft zu Protesten auf. Hier kann man ein passendes Flugblatt zum Thema downloaden. Nachfolgend dokumentieren wir die Pressemitteilung der FAU:

Kino Babylon entlässt Gewerkschafter

In der Auseinandersetzung um bessere Arbeitsbedingungen setzt die Geschäftsleitung des Kino Babylon Mitte weiter auf Konfrontation

Die Arbeitsbedingungen im Babylon sind inzwischen berüchtigt. Niedriglöhne, prekäre Beschäftigung nur mit mündlichen oder befristeten Verträgen und ein selbstherrlicher Führungsstil. Und immer wieder Kündigungen.

Schon im letzten Jahr wurde die Servicekraft Jason Kirkpatrick gekündigt, nachdem er sich für bessere Arbeitsbedingungen im Babylon eingesetzt hatte.

Nun wurde erneut einem Vorführer unter fadenscheinigen Gründen gekündigt. Für uns ist der wahre Grund klar: Benoît Robin hatte sich gerade in der FAU Berlin gewerkschaftlich organisiert, um gemeinsam mit der Belegschaft für bessere Arbeitsbedingungen im Kino Babylon zu kämpfen.

Am 13.02. wollte er an einer gewerkschaftlichen Kundgebung vor dem Babylon teilnehmen, was ihm von der Geschäftsleitung untersagt wurde. Am 11.03. kam seine Kündigung.

In beiden Fällen wurde die Kündigung ausgesprochen kurz bevor der besondere Kündigungsschutz nach sechs Monaten Beschäftigung einsetzte. Man braucht nicht viel Phantasie, um darin eine Methode zu entdecken.

„Für uns ist dies der Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt. Es scheint als müsse man der Geschäftsleitung des Baylon Mitte selbst die banalsten Grundrechte der Beschäftigeten erst beibringen. Wenn Timothy Grossman und Tobias Hackel den offenen gewerkschaftlichen Konflikt haben wollen, sollen sie ihn bekommen. Für uns gibt es nur die
Wiedereinstellung von Herrn Robin zu gewinnen und nichts zu verlieren. Für die Geschäftsleitung des Babylon verhält es sich, wie mir scheint, allerdings genau anders herum.“ so Lars Röhm, Sekretär des Allgemeinen Syndikates der FAU Berlin.

Aus diesem Anlass hat die FAU Berlin der Geschäftsleitung des Kino Babylon Mitte eine Frist gesetzt, die Kündigung bis Montag, den 16.03.09, zurückzunehmen. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, ruft die FAU Berlin u.a. dazu auf, bei der Geschäftsleitung gegen dies gewerkschaftsfeindliche Vorgehen zu protestieren.

Allgemeines Syndikat der FAU Berlin

Hintergrundinformationen:

www.prekba.blogsport.de

Prekäre Vorführung

Pressekontakt:

Lars Röhm, 0157 784 910 72

Kontakt zur Geschäftsleitung:

Timothy Grossman und Tobias Hackel

tgrossman@kinoundkonzerte.de
hackel@babylonberlin.de
Tel.: 030-24 727 804
Fax: 030-24 727 800

DA zum Babylon

Für eine Hand voll Dollar? fragt sich auch die DA in ihrer aktuellen Ausgabe und gibt die entsprechende Antwort:

Der Versuch, sich eine handzahme Belegschaft zu basteln, wird ihnen (der Geschäftsleitung) (…) ebenso wenig gelingen, wie den Konflikt um bessere Arbeitsbedingungen auszusitzen.