Kleine Lügen

Die Chefetage des Kino Babylon zeigt sich lernresistent und sägt weiter an dem Ast, auf dem sie sitzt. Der neuste Streich: auf die Frage, warum eine Service-Mitarbeiterin nicht mehr im aktuellen Dienstplanentwurf eingetragen ist, antwortete Theaterleiter Jens Mikat, sie hätte darum gebeten, aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden zu dürfen, da sie ab 01. April einen anderen Job habe. Auf Nachfragen bei der Mitarbeiterin stellte sich allerdings heraus, daß sie keineswegs aus dem Babylon weggehen wollte, sondern nur weniger hier, dafür mehr woanders arbeiten. Nur vom Babylon kann ja auch fast keiner hier leben, man braucht mehrere Jobs oder zusätzlich Hartz 4 (was auch ein Job ist). Nur vom Babylon können wahrscheinlich nur die Geschäftsführer leben. Die versuchten nun, die Mitarbeiterin per Aufhebungsvertrag und indem sie diese einfach nicht mehr in den Dienstplan eintrugen loszuwerden. Auf Nachfragen des Betriebsrates wurde dieser „kleine Fehler“ korrigiert, die Mitarbeiterin arbeitet weiter in ihrem Kino, welches sie trotz allem liebt.

Die Betriebsleitung hat niemals rechtliche und menschliche Mindeststandards missachtet. Dafür läßt sich nicht ein Beispiel finden.

(aus der Stellungnahme der Geschäftsleitung an Senat und Öffentlichkeit als Reaktion auf die Pressemitteilung des Betriebsrates).
Recht ist anders. Menschlich auch. Und: clever auch. Setzen, Sechs.


1 Antwort auf “Kleine Lügen”


  1. 1 Don‘t get cought in a bad – Ähm… Hotel! « prekba – prekäres babylon Pingback am 17. Mai 2010 um 12:48 Uhr
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