Flucht nach vorn

Als vor wenigen Tagen Timothy Grossman und Tobias Hackel ihren Beschäftigten durch Theaterleiter Jens Mikat mitteilen ließen, die Gewerkschaft FAU habe sich laut Verfassungsschutzbericht am G8-Protesten und beim Streik in Nordhausen engagiert, war die Verwunderung groß. Denn das Schreiben war nicht als Aufruf zum Gewerkschaftseintritt gemeint, sondern als Warnung. Ein alberner Versuch ein oder zwei Mitarbeiter zum Zweifeln zu bringen, der auf Kosten des Betriebs gehen könnte, so die einhellige Meinung. Denn Publikum, Veranstalter und Unterstützer des Babylon Mitte gehören zum grossen Teil einem linksalternativen Klientel an, mit dem es sich die Geschäftsführung nicht verscherzen sollte.
Genau das scheint Timothy Grossman aber vor zu haben. In der heutigen jungen Welt erklärt Grossman:

»Die FAU ist nicht tariffähig, weil sie vom Verfassungsschutz beobachtet wird«

Diese nicht nur angesichts der Geldgeber aus der Linken (die im Verfassungschutzbericht doch noch etwas mehr Raum einnimmt als die FAU) absurde Argumentation nimmt die schon von Kunden geforderte Konsumentenpolitik vorweg: Jeder Boykottaufruf kann nur ins leere laufen, wenn sowieso kein Gast mehr kommt.


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