Timothy Grossman – Der Margaret Thatcher vom Rosa-Luxemburg-Platz

Mit stählerner Faust lehrt Timothy Grossman renitenten GewerkschafterInnen Respekt: Tag für Tag werden potentielle KinobesucherInnen vor den Türen des derzeit von Grossman (und Hackel) bewirtschafteten Lichtspielhauses am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin Mitte über die dortigen Arbeitsbedingungen und die Verhandlungsweigerung der Geschäftsführung aufgeklärt; nicht wenige Kultursuchende überlegen sich den Besuch im Kino noch einmal, bevor sie wieder gehen, ohne in den Genuss des kommunalen Filmprogramms gekommen zu sein.
Doch Geschäftsführer Grossman schlägt mit himmelsgleicher Macht zurück! Die während der derzeit immer wieder niederkommenden Regenschauer unter den Gesimsen des Poelzig-Baus schutzsuchenden, flugblattverteilenden GewerkschafterInnen der Freien Arbeiterinnen und Arbeiter Union verweist der Mogul vom Babylon erbarmungslos ins Fadenkreuz der himmlischen Wasserwerfer! Seit Margaret Thatcher ging keiner so grausam mit Gewerkschaftern ins Gericht. „Dort ist er! Grossman, der Thatcher vom Luxemburg-Platz!“ schallt es nun angsterfüllt nachts durchs Scheunenviertel, wenn Grossman der Rächer rücksichtslos Plakate und Flugblätter von Mülltonnen und Stromkästen zu schaben droht, die doch nur Kund tun von seiner rigiden Haltung gegenüber seiner Arbeiterschaft. Auch diese Beschäftigten im Babylon Mitte verdrehen nun nicht mehr kichernd die Augen, wenn der uneingeschränkte Herrscher der drei Säle, der Mogul von Babylon, Timothy der Eiserne ihnen den Rücken kehrt. Denn er ist es, der GewerkschafterInnen im Regen stehen zu lassen vermag und von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen droht, sollten sie sich bei Niederschlägen unter das Vordach „seines“ Einganges stellen. mit eiserner Faust hat Timothy Grossman klar gemacht, wo es in den anstehenden Haustarifvertragsverhandlungen langgehen wird. Respekteinflössender und ehrgebietender kann ein Geschäftsführer nicht auftreten. Kaum einer in der Berliner Kinoszene wird nicht miteinstimmen: Respekt, Timothy Grossman, Respekt!


10 Antworten auf “Timothy Grossman – Der Margaret Thatcher vom Rosa-Luxemburg-Platz”


  1. 1 hasilein 20. Juli 2009 um 14:08 Uhr

    Diesem Vorwurf widersprach der Sprecher des Kultursenators Torsten Wöhlert: Öffentlich gefördert würden ausschließlich kommunale Angebote, sorgfältig getrennt vom Programmkino, das allerdings im selben Haus stattfinden könne. „Das Ergebnis wird präsentabel und sauber sein“, sagte er. ….. (bw.) ….steht in dem Artikel der Berliner Zeitung…

    Ich denke, so richtig Arger könnte man dem Hr. Grossmann & Kumpel damit machen, wenn man beim Senat anfragen würde, wie nun dieser Kernpunkt der Vergabe in der Realiät umgesetzt – und vom Senat kontrolliert wurde und wird…

    Es gibt doch so ein Informationsrecht und man könnte ja mal versuchen es hier zum Einsatz zu bringen?

  2. 2 prekba 15. Juni 2010 um 13:16 Uhr

    Sigismundo Gioioso meint: ()

  1. 1 Babylon befreien! Weg mit Grossman! « Analyse, Kritik & Aktion Pingback am 24. Juli 2009 um 11:51 Uhr
  2. 2 Schuld am Rausschmiss: Betriebsrat « prekba – prekäres babylon Pingback am 26. Juli 2009 um 22:49 Uhr
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  6. 6 »Eine solche Organisation ist kein Verhandlungspartner« « prekba – prekäres babylon Pingback am 08. September 2009 um 11:45 Uhr
  7. 7 Kann ja nicht jeder wissen. « prekba – prekäres babylon Pingback am 11. Januar 2010 um 0:23 Uhr
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