Archiv für August 2009

Kleine Presseschau

Im Neuen Deutschland gab es eine Vorausschau auf die Kundgebung vorm Babylon. Die Junge Welt wiederum betreibt Nachlese. Beide Artikel sind auch hinsichtlich der Position der Linkspartei interessant (wozu wir ja erst kürzlich etwas geschrieben haben.). Tip Berlin und Tagesspiegel berichteten ebenfalls in längeren Artikeln.

Keine bis falsche Positionierung der Linkspartei

[Anmerkung: Die FAU Berlin ruft seit dem 7.10.2009 nicht mehr zum Boykott des Kino Babylon Mitte auf]

Diese Woche gab der Vize-Landesvorsitzende der Berliner Linkspartei, Wolfgang Albers, abermals gegenüber der Presse bekannt, dass seine Partei zu Gesprächen mit der FAU über den Konflikt im Babylon Mitte bereit wäre. Diese Aussage ist höchst verwunderlich. Denn die FAU Berlin hat zuletzt verschiedene relevante Stellen der Partei und ihrer Senatsfraktion sowie Albers selbst mehrfach offiziell mit diesem Anliegen kontaktiert – ohne, dass jemals entsprechend darauf reagiert wurde. Wir arbeiten aber weiterhin daran, Herrn Albers endlich mal persönlich an die Strippe zu bekommen.

Diese ausbleibende Resonanz ist vor allem deshalb inakzeptabel, weil die FAU nach wie vor die Berliner Linkspartei in einer politischen und moralischen Verantwortung für die Zustände im Babylon Mitte sieht. Dabei geht es nicht darum, dass die Partei nicht zur Arbeitgeberseiter gehöre, worauf Albers mehrfach verwies. (mehr…)

Stellungnahme zur „Tariffähigkeit“ der FAU im Babylon Mitte

Da sich die Geschäftsleitung des Babylon Mitte jetzt schon mehrfach auf das Argument zurückgezogen hat, die FAU sei nicht tariffähig, und diese Frage nun schon des öfteren in Pressebeiträgen auftauchte, möchten wir an dieser Stelle einiges klar stellen:
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Security gegen Wobblies bei Wobblies-Vortrag

Eine skurrile Veranstaltung war das, die am Mittwoch im Babylon stattfand: Victor Grossman, Vater des Geschäftsführers, sprach über »Die Wobblies der USA und den Anarchosyndikalismus«, über wie es in der Ankündigung hieß, »eine Gewerkschaft, die Neues versprach: kämpferisch, nicht kompromißlerisch sollte sie sein, alle ArbeiterInnen waren willkommen, Einwanderer wie „Altamerikaner“, Facharbeiter wie Ungelernte, Frauen wie Männer, Schwarze und Asiatische wie Weisse. Sie wollten durch „eine große Gewerkschaft“ den Kapitalismus abschaffen.« Eine Gewerkschaft, die es im Übrigen auch heute noch gibt, die äußerst eng mit der FAU zusammenarbeitet (z.B. beim globalen Aktionstag gegen Starbucks) und die sich auch schon am Protest gegen das Kino Babylon Mitte beteiligt hat.

Auf wen das noch nicht skurril genug wirkt, dem sei versichert: Während Vater Grossman drinnen seinen Vortrag über diese kämpferische Gewerkschaft hielt, stand Sohn und Geschäftsführer Victor Grossman mit zwei muskelbepackten Securities am Einlass, führte Taschenkontrollen durch und verteilte gegen einzelne Wobblies Hausverbote. Ein vorab zugesagter Infotisch der Wobblies durfte nicht aufgebaut werden, stattdessen „gestattete“ es der Geschäftsführer Bücher und Brochüren vorm Babylon auf dem Gehweg auszulegen.

Geschäftsführer Grossman schützt sich vor Wobblies
Geschäftsführer Timothy Grosman schützt sich mit Security.

Taschenkontrolle im Babylon
Taschenkontrolle im Babylon.

Ob die beiden »Kollegen« von der Security auch mit 5,50 € die Stunde entlohnt wurden?

In der heutigen taz

Wie jeden Montag sichtet Jörg Sundermeier auch in der heutigen taz die soziale Bewegung in der Stadt. Hierbei weist er auch auf die Videokundgebung am kommenden Donnerstag hin:

Es geht um den auch in diesem Blatt schon mehrfach verhandelten Arbeitskampf im Kino Babylon Mitte. Die FAU wirft den Kinobetreibern einen Haustarifvertrag vor, der nach Meinung der Gewerkschafter nicht mal den Standards genügt. Der Vorwurf lautet, wie immer: nur Schinderlöhne werden angeboten. Darüber soll nun gesprochen werden, anschließend wird – für alle solidarischen Kinoboykotteur_innen – ein „Überraschungsfilm“ gezeigt.

Wenngleich wir uns über diese Werbung freuen, so stimmen hieran ein paar Dinge nicht: Erstens ist die Videokundgebung nicht von der FAU organisiert, sondern vom Mayday-Bündnis, welches hiermit Belegschaft und Gewerkschaft im Arbeitskampf unterstützen will. Viel wichtiger jedoch: Es ist nicht so, dass die FAU den Kinobetreiber vorwirft, dass es im Babylon einen Haustarifvertrag mit schlechten Konditionen gäbe: Vielmehr findet im Babylon überhaupt kein Tarifvertrag Anwendung. Deshalb haben FAU Berlin und Belegschaft einen Entwurf für einen Haustarifvertrag vorgelegt. Die Geschäftsführer weigern sich jedoch, über diesen überhaupt zu verhandeln.