In der Ausgabe vom 10.08. berichtet die Tageszeitung junge Welt in einem längerem Artikel über Dubiose Praktiken im Kino Babylon. Interessant insbesondere die Argumentation des stellvertretenden Landesvorsitzenden der Berliner Linken, Wolfgang Albers, der hier zitiert wird. Nicht nur werde das Kino Babylon nicht etwa für ein anspruchvolles Programm kommunal gefördert, sondern um den „Betrieb in teurer Citylage überhaupt zu ermöglichen“. Und „die Lohnstruktur im Babylon“, so Albers, sei „vergleichbar mit anderen kleinen Kinos“. Ob man das Babylon mit seinen 120 000 Besuchern im Jahr als kleines Kino betrachten möchte, sei dahingestellt, vergleichbar mit anderen „kleinen“ Kinos ist es eben aufgrund der Subventionen durch den Senat grade nicht. Davon abgesehen, dass es durchaus vergleichbare Kinos gibt, ohne kommunale Förderung und ebenfalls in teurer Citylage, die höhere Löhne zahlen und einen anderen Umgang mit ihrer Belegschaft pflegen. Für eine Partei, die einen Mindestlohn fordert, der ein würdiges Leben ermöglicht, ohnehin eine etwas merkwürdige Argumentation. Merkwürdig auch, dass die Antwort auf den Offenen Brief der FAU an die Linke, aus der zitiert wird, bei uns noch nicht angekommen ist. Aber immerhin kündigt Albers an, mit den Geschäftsführern das Gespräch zu suchen. Wir sind gespannt.
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Albers bezieht sich, wie die Staatskanzlei schon vorher, darauf, daß der Senat nicht der Arbeitgeber ist. Aber auch im Fall des Deutschen Technikmuseums (DTMB) war der Senat lediglich in der Stiftung involviert, mußte dann aber dennoch Stellung beziehen.
Andre Schmitz mußte im Kulturausschuß Rede und Antwort stehen und skizierte die tariflichen Besonderheiten im DTMB sehr genau. Ich vermute, daß die Senatskanzlei an der Umsetzung der Vereinbarung zw. Museum und Beschäftigten maßgeblich beteiligt war.
Das Babylon bekommt ebenfalls ne Menge Geld vom Senat. Auch dort gäbe es ein gesteigertes Interesse zu intervenieren. Offensichtlich gibt es aber keinen politischen Willen in der Linkspartei, der SPD und den anderen politischen Akteuren sich mit Grossman und dem Babylon auseinanderzusetzen.
Übrigens, verwaltungstechnisches Geschick, wie bei Grossman durch zwei Firmen, ist im DTMB übrigens auch üblich. Nur berichtet die Verwaltung darüber gerne, ausführlich und stolz.