Gespräche zwischen FAU und ver.di

Pressemitteilung der FAU Berlin
Berlin, den 6. Oktober 2009

Am heutigen Dienstag, den 06.10.09, gab es ein erstes offizielles Gespräch zwischen ver.di-Landesvize Andreas Köhn und Lars Röhm, dem Sekretär der FAU Berlin. Vorangegangen war dem, dass die letzte Betriebsversammlung im Babylon Mitte die beiden Gewerkschaften ver.di und FAU per Beschluss zu einem gemeinsamen tarifpolitischen Vorgehen aufgefordert hatte. Beide Gewerkschaften versuchen dem nun nachzukommen.

Dabei wurde von Köhn bestätigt, dass ver.di, entgegen Behauptungen der Babylon-Geschäftsleitung, bislang keine Verhandlungen über einen Haustarif führe, sondern nur informelle Vorgespräche angesetzt seien, und die erforderliche Tarifkommission noch nicht gebildet sei. Auch wurde von Köhn die Bereitschaft bekräftigt, gemeinsam mit der FAU als bestehender Tarifpartei im Betrieb an den Verhandlungstisch zu gehen. Die beiden Gewerkschaften versuchen nun, auch gegenüber der Geschäftsleitung, darauf hinzuwirken.
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6 Antworten auf “Gespräche zwischen FAU und ver.di”


  1. 1 machnow 07. Oktober 2009 um 10:40 Uhr

    Gratulation!

    Eine sehr erfreuliche Entwicklung. Bin sehr gespant, wie Grossman und die „Linke“ in Berlin nun reagiert. Das ver.di nun doch redet, hat vielleicht auch damit zu tun, daß sie keine gelbe Gewerkschaft srin will…

  2. 2 Schlumilein 10. Oktober 2009 um 23:06 Uhr

    Man mache sich nichts vor – ver.di, genau Andreas Köhn ist auf einem Kurs: den eigenen Bundestarifvertrag 1:1 zu übernehmen, wenn überhaupt. An die Einladung zu den Tarifverhandlungen am 16. Oktober ist folgender Inhalt angeheftet: Pressemitteilung 13 09 des LAG berlin-Brandenburg
    Hat die FAU eine Einladung auch bekommen?

  3. 3 Jens 12. Oktober 2009 um 13:41 Uhr

    @Schumilein: Sieht wohl alles nach einem abgekarterten Spielchen zw. Geschäftsführung Babylon, Linkspartei und ver.di aus, alles schon abgesprochen, jetzt muss man es nur noch verkaufen können, ohne zu sehr das Gesicht zu verlieren – und ver.dis Taktik war wohl erstmal Zeit gewinnen, und um die FAU rauszuhauen.

    Interessant: Jetzt bestimmen nicht mehr die Arbeitnehmer, was eine Gewerkschaft ist und wie sie sich organisieren (dürfen), sondern ein vom Arbeitgeber angerufenes Gericht. Bin mal gespannt, wie sich ver.di in Zukunft gegen christliche und andere gelbe Gewerkschaften wehren will, wenn sie hier de facto selbst wie eine gelbe Gewerkschaft agieren und für die Geschäftsführung die Kohlen aus dem Feuer holen (alles schön an der Belegschaft und deren Forderungen vorbei, und dann gibt es wohl wie du schreibst eine Einladung wie man in Kenntnis setzt).

    Interessant zu sehen, wie selbst auf so einer niedrigen Ebenen die „Mächtigen“ zusammenhalten sobald sich Menschen wehren…

  4. 4 d.z.bodenberg 12. Oktober 2009 um 17:54 Uhr

    Gegen diese Entscheidung ist die Berufung zum Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg möglich.

    Und was ist damit? Es gibt genug Fälle, wo entschieden wurde, was eine „Tariffähigegewerkschaft“ ist und nicht ist, und in dem Sinne, müsste – in Babylon – die FAU, also auch rechtlich gesehen, tariffähig sein.

    Ich finde es aber selber recht seltsam, dass eine sog. revolutionäre Organisation Tarifverhandlungen und die damit verbundene „Friedenspflicht“ und den restlichen Dreck, was dazugehört, erreichen will.

  5. 5 d.z.bodenberg 12. Oktober 2009 um 17:56 Uhr

    Und das ist in dem Zusammenhang auch interessant:

    http://www.berlin.de/sen/arbeit/gerichte/presse/09_09.html
    es fehle der CGZP an der erforderlichen „Sozialmächtigkeit“ im Sinne der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts. Das Bundesarbeitsgericht setze für die Funktionsfähigkeit der Tarifautonomie voraus, dass die jeweiligen sozialen Gegenspieler über eine Durchsetzungskraft gegenüber der tariflichen Gegenseite verfügen. Das Arbeitsgericht vermochte eine solche Durchsetzungsfähigkeit der CGZP nicht festzustellen.

  1. 1 Chronologie zum Konflikt im Kino Babylon « prekba – prekäres babylon Pingback am 15. Dezember 2009 um 17:54 Uhr
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