Die Belegschaft fordert:

75% der Beschäftigten des Babylon Mitte haben einen Katalog von Forderungen an Verdi-Verhandler Andreas Köhn verfasst:

Sehr geehrter Herr Köhn,

Wir, Beschäftigte im Babylon Mitte, möchten Ihnen unsere Erwartungen an einen Haustarifvertrag mitteilen und fordern Sie auf, diese in Ihre Verhandlungsposition aufzunehmen. Schon auf der letzten Betriebsversammlung haben wir beide im Babylon Mitte vertreten Gewerkschaften einstimmig dazu aufgefordert gemeinsam auf einen Haustarifvertrag für alle Beschäftigten hinzuwirken. In diesem Sinne fordern wir Sie auch generell auf, ihre Verhandlungen allen Betroffenen transparent zu machen. Speziell auf unserer Bedürfnisse im Babylon sind folgende Forderungen zugeschnitten, deren Übernahme wir durch die verhandelnden Gewerkschaften erwarten:

  • Höhere Löhne und Zuschläge als die im Flächentarifvertrag festgehaltenen, da das Babylon ein ausserordentliches Programm anbietet und nach wie vor das höchstsubventionierte Kino in Berlin darstellt.
  • Tendenzielle Angleichung der Vergütungsgruppen, um mehr Einkommensgerechtigkeit zu schaffen und das Lohngefälle zu vermindern.
  • Einheitliche Löhne innerhalb der Vergütungsgruppen (unabhängig von der Dauer der Berufstätigkeit), um den Arbeitgeber nicht zu Kündigungen und ersetzenden Neuanstellungen zu animieren.
  • Keinerlei Benachteiligung, z.B. von nach dem Vertragsabschluss eingestellten und unverheirateten Personen.
  • Längere und früher wirksame Kündigungsfristen sowie kürzere Probezeiten, um der Kündigungspolitik der Geschäftsführung zu begegnen.
  • Eine tarifliche Regelung von Praktika (obligatorische Ausbildungspläne, Regelung der Tätigkeiten und der Vergütung), um jedem Missbrauch vorzubeugen.
  • Verbot von Outsourcing/Ausgliederung, um Angriffe auf die Mitbestimmungsstrukturen und die organisierten Beschäftigten zu unterbinden.
  • Keine Benachteilgung von gewerkschaftlich oder im Arbeitskampf engagierter KollegInnen.

Wir erwarten eine zügige Antwort von Ihnen, wie Sie gedenken, unsere Forderungen zu berücksichtigen. Außerdem bitten wir Sie hiermit, uns über den Stand der Verhandlungen in Kenntnis zu setzen.

Beschäftigte des Babylon Mitte


6 Antworten auf “Die Belegschaft fordert:”


  1. 1 Dieter 21. Oktober 2009 um 14:49 Uhr

    Das sind doch alles Dinge die von Anfang gefordert wurden und auch im Entwurf der FAU stehen. Oder täusche ich mich? Wenn nicht… war der Köhn wirklich so dreist das bisher alles nicht zu berücksichtigen?

  2. 2 Hans 21. Oktober 2009 um 22:10 Uhr

    Das mag zwar sein, aber was interessiert’s den Köhn wenn es von der FAU gefordert wird. Daher muss es die Belegschaft fordern.
    Und dreister als anderes ist es vom Köhn nicht, den Vertragsentwurf der FAU links liegen zu lassen.
    So schwer ist es doch nicht zu verstehen, wie die Verhandlung gerade funktioniert.

  3. 3 Michael 22. Oktober 2009 um 9:20 Uhr

    Da der FAU Tarifvertrag mit der Belegschaft erarbeitet wurde unterscheiden sich die aktuellen Forderungen der Belegschaft kaum von diesem. Andreas Köhn hat dagegen bisher deutlich gemacht, daß er den Verdi-Flächentarifvertrag im Babylon durchsetzen will.

  1. 1 Fear, Uncertainty and Doubt « prekba – prekäres babylon Pingback am 21. November 2009 um 20:14 Uhr
  2. 2 Seifenoper Babylon: Kabale und Spekulationen « prekba – prekäres babylon Pingback am 27. November 2009 um 10:19 Uhr
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