„Das ist eine Arbeitsanweisung“

Wenn Manager ihre Anweisungen erst ausdrücklich als solche kennzeichnen müssen um ihnen Gewicht zu verleihen, können sie mit Respekt und Vertrauen ihrer Untergebenen schon lange nicht mehr rechnen. So wohl auch ver.di-Bezirksvize Andreas Köhn, der die ver.di-interne Anweisung erlassen hat, mit dem Anwalt des Betriebsrats des Babylon in keiner Weise mehr zusammenzuarbeiten. Mehr noch, nicht einmal „in sonstiger Form ins Gespräch bringen“ darf man bei ver.di die Kanzlei, in der der Babylon-Betriebsrat (darin vertreten ist auch die Minderheitsgewerkschaft ver.di) kurz zuvor noch geschult wurde. Jahrelang soll der Anwalt auch in ver.di-Veranstaltungen Gewerkschafter beraten haben. Damit ist nun Schluss. Wenige Tage zuvor sollen die Babylon Geschäftsführer Grossman und Hackel dem Betriebsrat deutlich gesagt haben, dieser habe sich den falschen Anwalt ausgesucht.
Schon im September hatte der Betriebsrat Köhns Agieren als unkollegial und verantwortungslos kritisiert.