Boykottaufruf durch ver.di

Verdi ruft zum Konsumboykott auf, um überforderte DienstleisterInnen zu entlasten. Schön, daß dieses Mittel der direkten Aktion nicht nur von der FAU genutzt wird. Schade, daß die Angestellten des Babylon nicht davon profitieren dürfen, denn die FAU musste auch auf juristischen Druck hin ihren Boykottaufruf zurückziehen. Andreas Köhn kommentierte den Babylon-Boykott im Sprachrohr (auf S. 11), dessen Chefredakteur der Befragte zugleich ist, so:

Das ist nicht unser Stil. Wenn wir – wie im Falle Lidl – zu Boykotten aufrufen, verbinden wir dies mit Arbeitskämpfen, etwa mit einem Warnstreik.

Im derzeit von Verdi ausgerufenen Konsumboykott ist von Arbeitskampf keine Rede. Der FAU hingegen wurde der Boykott gerade als Mittel des Arbeitskampfes untersagt. Nicht die einzige „Unstimmigkeit“, die sich Köhn in seiner Hauspostille leistet. So behauptet er, die flugblattverteilenden Kollegen der FAU seien bezahlt und nicht solidarisch motivierte Gewerkschafter.