(K)ein Tarif im Babylon!

Obwohl der zusammengekürzte Verdi-Haustarifvertrag im Babylon seit Jahresanfang gilt, und der Senat nur für dessen Finanzierung 30.000 Euro locker gemacht hat, weigern sich die Geschäftsführer Hackel und Grossman den Vertrag ohne Umschweife auf alle Beschäftigten anzuwenden. Wie die Babylon Betriebsgruppe der FAU mitteilt, werden den Teilzeitbeschäftigten neue Arbeitsverträge vorgelegt, laut denen der Tarif nur gilt, wenn die Beschäftigten ihre Arbeitszeit auf 10 Stunden pro Woche reduzieren. Die bisher sozialversicherungspflichtig Teilzeitbeschäftigten rutschen damit auf deutlich unter 400,- Euro Monatslohn ab. Zudem sollen die neuen Arbeitsverträge an die Gültigkeit des Tarifvertrags gekoppelt werden. Dieser kann jedoch jederzeit seine Gültigkeit verlieren, sollten die Zahlungen des Senats an Grossman und Hackel auch nur minimal gekürzt werden. Schon früh wurde darauf hingewiesen, dass Hackel und Grossman mit einer Anwaltskanzlei zusammenarbeiten, die Tarifvertragsabschlüsse zur Kostenreduktion empfiehlt. Verdi war das gleich. Für deren Mitglied(er) gibt es keinen Grund die neuen Arbeitsverträge zu unterschreiben. Allerdings sollen mittlerweile nur noch ein bis zwei Verdi-Mitglieder im Betrieb beschäftigt sein. Verdi hatte sich durch das krude Vorgehen des Verhandlungsführers Andreas Köhn bei der Belegschaft und unter kritischen Gewerkschaftern sehr unbeliebt gemacht. Der von ihm abgeschlossene Vertrag sieht eine Entlohnung vor, die zum Teil 50% unter dem Verdi-Bundestarif liegt. Zu Beginn seiner Einmischung in den laufenden Arbeitskampf der FAU Berlin im Babylon hatte Köhn die Beschäftigten mit dem nun gebrochenen Versprechen beschwichtigt, er werde nicht unter dem Bunsdestarifvertrag abschließen. Nach der Unterzeichnung hat es kein Verdivertreter gewagt den Abschluss den Beschäftigten auch nur vorzustellen. Diesen Part übernahm ein feixender Grossman, der zur Verkündung des Dumpingtarifs auf der Betriebsversammlung der genervten Belegschaft als vermeintliche Siegestrophäe ein geklautes FAU Plakat vorsetzte.


5 Antworten auf “(K)ein Tarif im Babylon!”


  1. 1 plakat 22. Januar 2010 um 0:56 Uhr

    das beste ist ja der zusammenang von präsentiertem transpa und dem Tarifvertrag, auf dem transparent steht nämlich die frage „für eine hand voll dollar“, das hat grossi wohl mit einem ja in form der vertrages beantwortet

  2. 2 Abylon 25. Januar 2010 um 5:19 Uhr

    Nee, das Transpi war auch entwendet worden. Gemeint ist aber das Plakat , das habe sich ja jetzt eruebrigt.
    Scheinbar doch nicht. Werden doch jetzt den Mitarbeitern, die keine neuen Knebelvertraege unterschreiben wollen (die meisten) oder bei ver.di eintreten (niemand) die Tarifloehne vorenthalten.
    Der Kampf geht weiter. Die letzte Schlacht gewinnen wir.
    Und, Timmy und Tobi, falls ihr jetzt mitlest: Hochmut kommt vor dem Fall. Jede schlechte Tat faellt auf einen selbst zurueck. Also: prekarisiert, von riesigen Geldstrafen oder Knast bedroht? Wir sind gespannt.

  1. 1 kleine Siege « prekba – prekäres babylon Pingback am 04. Februar 2010 um 12:02 Uhr
  2. 2 Strafbefehl gegen Gewerkschafter_innen « Analyse, Kritik & Aktion Pingback am 06. Februar 2010 um 12:50 Uhr
  3. 3 Chronologie zum Konflikt im Kino Babylon « prekba – prekäres babylon Pingback am 19. Mai 2010 um 12:24 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.