Ganz schön prekär

Im kleinen und ausgezeichneten Lichtblick-Kino auf der Kastanienallee startet am kommenden Wochenende die Filmreihe »Ganz schön prekär« mit „Babylon System – Prekäre Organisierung mit Vorführ-Effekt“. Die Babylon-Doku hatte ihre Premiere bei der Globale im Moviemento und wurde dort intensiv diskutiert. Sehenswert sind auch die weiteren Beiträge der Reihe:

Aus der Ankündigung des Lichtblicks:

Gerade im Babylon-Mitte, dem senatsgeförderten Kommunalkino mit dem »Links«-Image, kam es im letzten Jahr zu einem Aufsehen erregenden Kampf der Belegschaft gegen prekäre, außertarifliche Arbeit. Dabei stießen nicht nur Belegschaft und Kinoleitung aneinander, sondern auch verschiedene gewerkschaftliche Strategien. Der Film blickt hinter die Kulissen des Arbeitskampfes und analysiert ein Paradebeispiel für Prekarisierung im Kulturbetrieb.
Sa, 24.7. und So, 25.7., jeweils 18.30 Uhr in Anwesenheit der Filmemacher

Neben Autor André Weinreich werden auch viele Protagonistinnen und Protagonisten anwesend sein und gerne den Film und die Situation im Babylon diskutieren. Der Film ist mit einer Creative Commons Lizenz versehen, darf kopiert und verteilt werden und ist oben in voller Länge zu sehen. Einen Besuch im Kino ersetzt das freilich nicht.

Ab Montag wird die Lichtblick-Reihe rund ums prekäre Leben Mit „Im Anhang: Lebenslauf“ von Andrea Schorr (wie André Weinreich, Thomas Heise, Harun Farocki und viele, viele andere ebenfalls Unterstützerin der Babylon-Belegschaft) fortgeführt (Oben der Trailer). „Im Anhang: Lebenslauf“ gewann zuletzt den Großen Preis des IFF Tunis. Die Ankündigung des Lichtblicks:

Greta verlässt für ein Praktikum die Stadt – wieder nur ein Praktikum! Auf ihrer Abschiedsfeier lernt sie Micha kennen, der frisch verlassen mit seinen Familienplänen in der Luft hängt. Beide stecken in ihren Lebensentwürfen fest.
Gemeinsam fahren sie nach Hermannstadt/Rumänien, Gretas neuer Arbeitsplatz und Michas erster Spontanurlaub. Doch die Fahrt wird alles andere als lustig: 2000 km und etliche Landesgrenzen später prallen immer noch die gegenseitigen Vorurteile aufeinander. Einzige Gemeinsamkeit ist der Kampf gegen die eigenen Lebenslügen und das Gefühl der Verlorenheit. Aber reicht das für eine Freundschaft?
»Endlich ein gelungener Film über die Generation Praktikum.« (Filmbewertungsstelle Wiesbaden)

Die Egypt News urteilen:

It is an attempt by the director to comment on how modernity in Europe often leaves people wrapped up in superficial measures of success, allowing life and the beauty of the world to pass them by. Ultimately, this is a film that encourages viewers to consider their own lives and the scales they use to measure success. put another way, it is very simple saying: there´s more to a person than their cv.

Vorgeschoben wird dem „Lebenslauf“ Robert von Wroblewskis „Die Zukunft des Films!?“ In dem sich ein Praktikant in einer Filmwelt zurechtfinden muss, die nicht die seine wird. Die Zukunft des Films war schon im Begleitprogramm der FAU Betriebsgruppe zur letzten Linken Kinonacht auf dem Rosa-Luxemburg-Platz zu sehen.