Nicht erbrachte Leistungen und mangelhafte Qualität

Werden Leistungen nicht erbracht, schränkt der Berliner Senat Zahlungen an bezuschusste Betriebe ein. Dies gilt zumindest für die Berliner S-Bahn. Im Babylon (jährlich 350.000 Euro Zuschüsse) hat die Geschäftsleitung offenbar keine Kürzungen zu befürchten, sonst würde sie wohl nicht so außerordentlich wenig Mühe geben, Leistung zu erbringen und Qualität zu gewährleisten. Bei dem am 25. Juni beendeten Stummfilm Festival Berlin Babylon zum Beispiel war von Anfang an der Wurm drin:
Eröffnet wurde das Festival mit einem anderen, als noch wenige Stunden zuvor in Interviews beim Medienpartner Radio Eins beworbenen Film, obwohl schon Tage zuvor klar gewesen sein soll, dass das Babylon die Vorführrechte für Metropolis nicht bekommen wird. Und das laut Programm „spektakulärste Event“ des Festivals, die „Weltpremiere“ von „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ fand angeblich wegen technischer Probleme nicht statt. Zum besseren Verständnis: die als „Weltpremiere“ bezeichnete Vorstellung hätte die U-Bahn-Premiere werden können: geplant war, den Film, der seine Weltpremiere 1927 hatte, auf den Reklameschirmen des Berliner Fensters in den U-Bahnen zu zeigen, was misslang. Gegen diesen doppelten Reinfall bei den angeblich wichtigsten Shows des Festivals sind die anderen Pannen Kleinkram: Archive und Verleiher, deren aufwendig restaurierte Kopien von DVD gezeigt werden, ohne dass dafür Rechte beantragt, oder Miete vereinbart wurden, freuen sich sicher, ihre Filme unverhofft im Babylon zu sehen, und die anderen Gäste bemerken den Fauxpas wohl kaum, könnte man hoffen.
Ein Festival mit 40 Filmen zu stemmen ist dem Babylon nicht zuzutrauen. Nicht unter der Leitung von Timothy Grossman. Sein Kompagnon Tobias Hackel wurde im Programmheft nicht mehr als Geschäftsführer aufgelistet. Dafür gönnte sich Grossman den Spaß, das Babylon als kommunales Kino zu titulieren. Bisher begnügte sich der unbeliebte Geschäftsführer damit das Babylon als „halbkommunal“ zu bezeichnen. Die Geschäftsführung des Bundesverbandes der Kommunalen Kinos wies auf diesem Blog darauf hin, daß das Babylon kein kommunales Kino ist.
Als Paten seines Festivals gewann Grossman übrigens den früheren Merkel-Wahlkampfhelfer Volker Schlöndorff, auch bekannt für die Aussage: „Wer nach 1989 noch links ist, muss ein Brett vor dem Kopf haben“.


1 Antwort auf “Nicht erbrachte Leistungen und mangelhafte Qualität”


  1. 1 Maria N. 26. August 2010 um 9:54 Uhr

    Ein Pannenfestival durch und durch. Hoffentlich gibt es keine Fortsetzung dieser Reinfallgeschichte. Vielleicht aber sollte T.G. dieses, ihn hoffnungslos überfordernde Event aus der Hand geben. Es gibt kompetentes Personal/ gute Kinos in der Stadt, die diese Arbeit locker organisiert bekommen.

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