Archiv für November 2010

Kino 2, 20:30 Uhr: Unfälle & Zwischenfälle

Das LAGetSi, Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit, auch bekannt als Gewerbeaufsicht, warnt vor verstärkten Kontrollen von Fluchtwegen in Berliner Betrieben. Sehr interessant könnten diese Kontrollen im Babylon werden, wo Mitarbeiter und Kunden hin und wieder über die Überfüllung der kleinen Kinosäle 2 (Studio) und 3 klagen. Während Festivals wie ALFILM und Interfilm werden die Besucher gern auch auf Treppen und Fluchtwege gesetzt. Auf einer der letzten Betriebsversammlung im Babylon weigerte sich Timothy Grossman (einer der derzeitigen Betreiber des Babylons) auf die Frage zu antworten, ob in Zukunft von den Kassenkräften darauf verzichtet werden darf, mehr Karten zu verkaufen als Plätze im Saal sind.
Die Verantwortung sollen also die Beschäftigten tragen, die nie vor Zeugen, geschweige denn auf Betriebsversammlungen angewiesen werden, die Kinos zu überfüllen. Stolpert ein Gast über einen Klappstuhl im Notausgang, wird es der Geschäftsführung ein Leichtes sein, die Schuld samt Schadensersatzforderungen auf das „eigenmächtige“ Personal zu schieben.

Die Gewerbeaufsicht ist unter 9025450 zu erreichen. Auch von den Telefonen an den Kinokassen. Seit diesem Sommer droht für verstellte Fluchtwege und andere Verstöße gegen die Arbeitsstättenverordnung eine Buße von 5000 Euro.

Alles unter Kontrolle?

In der Veranstaltungsreihe „reflectures 2010 – Alles unter Kontrolle?“ wird diskutiert, wo und in welchen Bereichen unseres Alltags offensichtlich und versteckt Kontrolle stattfindet. Wie funktioniert diese Kontrolle als neoliberale Zurichtung, wem nutzt sie und was macht sie aus unserer Gesellschaft?

Mit ReferentInnen von labournet.de (Mag Wompel) und Sektion IT- und Elektroberufe der FAU Berlin.

Mi, 10. November um 19.00 Uhr | Ort: Akazie e.V., Friedelstraße 54, 12047 Berlin