Archiv der Kategorie 'Presseartikel'

DA: „Aufruhr im Cineasten-Tempel“

In der letzten Ausgabe der Direkten Aktion wurde über die Angriffe, die die dortigen Kolleginnen und Kollegen der CNT ausgesetzt sind, berichtet. Zwar nicht brandaktuell, aber wir möchten ihn euch nicht vorenthalten – zumal da was zusammenzuwachsen droht, was wohl leider zusammen gehört:

Aufruhr im Cineasten-Tempel
Gewerkschaftsbündnis kämpft in Paris gegen Entlassung einer Gewerkschaftsdelegierten

Auch die Belegschaft der renommierten französischen Kinoinstitution Cinémathèque Française in Paris beteiligte sich im Oktober an den Streiks gegen die Rentenreform. Auf Initiative eines Gewerkschaftsbündnisses aus CNT-F und CGT wurde der Forderungskatalog allerdings um einen Punkt erweitert: Die sofortige Wiedereinstellung der CNT-Delegierten Valérie. Die Entlassung Valéries ist der Höhepunkt einer gewerkschaftsfeindlichen Politik der Cinémathèque-Geschäfts-führung in den vergangenen Jahren. Seit 2003 wurden bereits drei aktive CNT-Mitglieder aus dem Betrieb gedrängt. Allein in den letzten Monaten wurden unter fadenscheinigen Begründungen Sanktionen gegen vier GewerkschafterInnen ausgesprochen – gegen drei von der CNT und eine von der CGT. (mehr…)

Noch was zum Lesen…

Felix Fischer (RSO Berlin) führte ein Interview mit Lars Röhm (FAU Berlin) zum Konflikt im Babylon. Online ist es hier zu finden.

Was zum Lesen

Gleich zwei interessante Texte zum Konflikt im Babylon finden sich auf labournet.de. Zum einen führte Jochen Gester ein längeres Interview mit zwei Betriebsräten, zum anderen gibt Gregor Zattler einen guten Überblick zur Situation in dem längerem Artikel Die gelbe Gefahr – Vom Betriebskonflikt zum Gewerkschaftsverbot. Beides ist als pdf downloadbar.

Volles Haus

Demonstration am 20. Feb. 2010 (Foto: O.Wolters)Gut gefüllt wäre das Babylon gewesen, hätten sich die 600 bis 700 Besucherinnen und Besucher vom vergangenen Samstag Karten gekauft. Aber sie blieben lieber draussen, nachdem sie vom Potsdamer Platz zum Babylon gezogen waren um gegen das von den rot-rot-finanzierten Babylongeschäftsführern Hackel und Grossman angestrengte de-facto Verbot der FAU Berlin zu protestieren. Fotos gibt es hier und hier. Pressemitteilung der FAU. Berichte finden sich in der jungen Welt, der Jungle World und auf indymedia.

»kleine, schlagkräftige Truppe«

Eine interessante juristische Vorlesung gab es am vergangenen Dienstag am Landesarbeitsgericht Berlin. Thema: Koalitionsfreiheit heißt nicht Koalitionsfreiheit. Denn trotz „erstaunlich viel Verständnis und Empathie für die Anarchosyndikalisten“, wie Jörn Böwe in der jungen Welt schrieb, kam der Vorsitzende Richter Rancke nicht umhin, klar zu stellen, dass kleine kämpferische Gewerkschaften in der deutschen Rechtsprechung nicht vorgesehen seien und bestätigte letztlich die Einstweilige Verfügung, die es der FAU Berlin untersagt, zum Boykott des Kino Babylon Mitte aufzurufen. Siehe hierzu auch die Presseerklärung der FAU Berlin.
Diese juristischen Verrenkungen leuchten aber zum Glück nicht allen ein. So hat sich unlängst ein Solidaritätskomitee für gewerkschaftliche Freiheit gegründet. Gewerkschafter, Bürgerrechtler und Wissenschaftler rufen hier zur Solidarität auf. »Es ist auch ein Appell an die Mitglieder und Funktionäre der DGB-Gewerkschaften, die auch aus Eigeninteresse diese Forderungen unterstützen sollten«, wie Jochen Gester vom Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall dem Neuen Deutschland anvertraute.
Und auch an der Berlinale ging dieses Urteil nicht spurlos vorbei. So rieselten noch am selben Tag bei der Independent Film Party hunderte von Flyern auf die tanzende Kinobranche nieder, just als Superpunk „Babylon forever“ anstimmte.
Die Demo am Samstag läßt also auf eine bunte Mischung von Cineasten, Gewerkschaftslinken, Professoren, Prekären, Antifas, Bürgerrechtlern und vielen mehr hoffen.