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Berlinale ohne Babylon

Kein Grund zur Freude für Babylon-Beschäftigte ist die in die Brüche gegangene Zusammenarbeit von Berlinale und Babylon. Auch wenn ein Festival immer deutlich mehr Arbeit und Stress bedeutet, hatte es meistens Spaß gemacht, im professionellen Umfeld eines gut organisierten Festivals zu arbeiten.
Zudem war die Berlinale in den letzten Jahren auch immer eine gute Gelegenheit international auf die miesen Arbeitsbedingungen im Babylon hinzuweisen.
Jahr für Jahr berichtete z.B. die Kulturzeit vom Babylon. Köstlich die (nur live ausgestrahlte) Flucht Timothy Grossmans vor den unbequemen Fragen der Redakteurin 2010:

Babylon Kino (Grossman und die Dumpinglöhne)
Dabei hatte 2009 doch ein Filmvorführer und Gewerkschafter aus dem Babylon vorgemacht, wie man reichweitenstarke Medien für sich gewinnt:

Pünktlich zur Berlinale 2010 lenkte, neben Grossmans Aussetzer in 3sat, auch die FAU Berlin wieder die Aufmerksamkeit auf das kurios finanzierte „halb-kommunale“ Kino. Doch der Anlass für eine Demonstration der FAU vom Potsdamer Platz zum Babylon war eine von der Babylon Geschäftsführung angestrengte Verfügung, die es der FAU Berlin verbieten sollte, sich Gewerkschaft zu nennen. Ob nun die permanente negative Presse, die Demonstrationen am roten Teppich, allgemeine (Ver)Handlungsunfähigkeit oder betriebswirtschaftliches Versagen Auslöser für den Bruch zwischen Babylon und Berlinale waren, sei dahingestellt. Tief soll er jedenfalls sein, hört man munkeln. Doch nicht zwangsläufig müssen Berlinale und Babylon aufeinander verzichten. Schon ein neuer Betreiber könnte die Sache schnell geraderücken.

Die FAU Berlin hat natürlich Recht behalten, und darf sich nach wie vor als das bezeichnen, was sie ist: Gewerkschaft.

Ganz schön prekär

Im kleinen und ausgezeichneten Lichtblick-Kino auf der Kastanienallee startet am kommenden Wochenende die Filmreihe »Ganz schön prekär« mit „Babylon System – Prekäre Organisierung mit Vorführ-Effekt“. Die Babylon-Doku hatte ihre Premiere bei der Globale im Moviemento und wurde dort intensiv diskutiert. Sehenswert sind auch die weiteren Beiträge der Reihe: (mehr…)

Don‘t get cought in a bad – Ähm… Hotel!

Nicht nur in Berlin wurde am 8. Mai auf schlechte Arbeitsbedingungen prekär Beschäftigter aufmerksam gemacht:

Der lautstarke Boykottaufruf ist eine Zusammenarbeit von gewerkschaftlichen und schwul-lesbischen AktivitInnen im Rahmen einer Kampagne für das Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren und für bessere Arbeitsbedingungen im Hotel und Gaststättengewerbe. Auch die Gewerkschaft der Football-Profis unterstützt die HotelarbeiterInnen und droht Hotelbetreibern mit Boykott, sollten diese ihre Teilzeit-Angestellten bei deren gewerkschaftlichen Organisierung behindern. (mehr…)

Kontrollierte Aggression

Gerne machen wir als Kino-Freunde auf besondere Freiluft-Projektionen aufmerksam: So empfiehlt sich für Donnerstag, den 13. Mai ein Besuch im Raum für Projektion von Graw Böckler, der bei the knot auf dem Mariannenplatz in Kreuzberg gastiert und ab 21 Uhr unter dem Titel Kontrollierte Aggression eine Retrospektive und performative Lesung Michel Klöfkorns präsentiert:

/… fluid paper von michel klöfkorn on Vimeo.

Auch schon früher am Donnerstag lohnt sich der weg nach knotland: um 19 Uhr zum urban future workshop, und schon ab 17 Uhr lädt unser Hinweisgeber Helmut Höge zum Problem-Kiez-Schnüffeln.

1. Mai

Der Kampf- und Feiertag der Arbeiterinnen und Arbeiter steht vor der Tür. Letztes Mal sah’s so aus:

Viel zu tun in Berlin auch auch in diesem Jahr an nur einen Tag:

Wittenbergplatz, 9 Uhr:
Verboten kämpferisch. Für eine andere Gewerkschaftsidee.“ Die FAU Berlin nimmt am Klassenkämpferischen Block an der Gewerkschaftsdemonstration zum 1. Mai teil.

Prenzlauer Berg, ab 9 Uhr:
Nazis wollen an der Bornholmer Strasse aufmarschieren. Ein breites Bündnis will die Nazis blockieren. Die hedonistische Internationale (Bums statt Braun) trifft sich 10 Uhr Bornholmer Ecke Schönhauser.

Görlitzer Park, 16 Uhr:
Die Gruppe Fels lädt zum Mayday Labor.

Kottbusser Tor, 18 Uhr:
Traditionell-revolutionäre 1. Mai Demonstration. Wer noch nicht genug hat geht in die Paloma Bar am Kotti und lässt sich das Spektakel auch noch von Publik Movement kommentieren.

Dabei bleibt hoffenlich genügend Zeit den 1. Mai gemütlich zu feiern