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»kleine, schlagkräftige Truppe«

Eine interessante juristische Vorlesung gab es am vergangenen Dienstag am Landesarbeitsgericht Berlin. Thema: Koalitionsfreiheit heißt nicht Koalitionsfreiheit. Denn trotz „erstaunlich viel Verständnis und Empathie für die Anarchosyndikalisten“, wie Jörn Böwe in der jungen Welt schrieb, kam der Vorsitzende Richter Rancke nicht umhin, klar zu stellen, dass kleine kämpferische Gewerkschaften in der deutschen Rechtsprechung nicht vorgesehen seien und bestätigte letztlich die Einstweilige Verfügung, die es der FAU Berlin untersagt, zum Boykott des Kino Babylon Mitte aufzurufen. Siehe hierzu auch die Presseerklärung der FAU Berlin.
Diese juristischen Verrenkungen leuchten aber zum Glück nicht allen ein. So hat sich unlängst ein Solidaritätskomitee für gewerkschaftliche Freiheit gegründet. Gewerkschafter, Bürgerrechtler und Wissenschaftler rufen hier zur Solidarität auf. »Es ist auch ein Appell an die Mitglieder und Funktionäre der DGB-Gewerkschaften, die auch aus Eigeninteresse diese Forderungen unterstützen sollten«, wie Jochen Gester vom Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall dem Neuen Deutschland anvertraute.
Und auch an der Berlinale ging dieses Urteil nicht spurlos vorbei. So rieselten noch am selben Tag bei der Independent Film Party hunderte von Flyern auf die tanzende Kinobranche nieder, just als Superpunk „Babylon forever“ anstimmte.
Die Demo am Samstag läßt also auf eine bunte Mischung von Cineasten, Gewerkschaftslinken, Professoren, Prekären, Antifas, Bürgerrechtlern und vielen mehr hoffen.

…nicht böse geboren

Nein, Hamburgs Superpunks mussten nicht erst darauf hinweisen, dass sie das gestrige Konzert im Festsaal der Babylon-Belegschaft widmeten. Das war auch so klar, nachdem sie in einer Reihe „Babylon forever“, „Ich weigere mich aufzugeben“ und „Neue Zähne für meinen Bruder und mich“ spielten. Kompakte Schilderung der Motivation nicht weniger Babylon-Beschäftigter sich weiter heftig in einem Betrieb zu engagieren, dessen Geschäftsleiter Hackel und Grossman derweil dem kulturellen Anspruch von Kino zunehmend schaden.