Tag-Archiv für 'andreas-köhn'

Ver.di-Haustarif für das Babylon Mitte im Überblick

Es hat ein wenig gedauert, bis endlich klar war, ob und wie der Haustarifvertrag von ver.di im Babylon Mitte umgesetzt werden soll. Erinnern wir uns: Ver.di’s Chefunterhändler Andreas Köhn gab einst das Versprechen, nicht unter den eigenen Flächentarifvertrag zu gehen. Ob er Wort hielt, möge man selbst beurteilen. Hier nun ein paar Punkte, in welchen der Haustarif vom Flächentarifvertrag abweicht. Grundlegend sind es eben diese Abweichungen, die den eigentlichen Inhalt des Haustarifvertrages ausmachen. (mehr…)

(K)ein Tarif im Babylon!

Obwohl der zusammengekürzte Verdi-Haustarifvertrag im Babylon seit Jahresanfang gilt, und der Senat nur für dessen Finanzierung 30.000 Euro locker gemacht hat, weigern sich die Geschäftsführer Hackel und Grossman den Vertrag ohne Umschweife auf alle Beschäftigten anzuwenden. Wie die Babylon Betriebsgruppe der FAU mitteilt, werden den Teilzeitbeschäftigten neue Arbeitsverträge vorgelegt, laut denen der Tarif nur gilt, wenn die Beschäftigten ihre Arbeitszeit auf 10 Stunden pro Woche reduzieren. (mehr…)

Dumping-Tarif im Babylon

Pressemitteilung des Babylon-Betriebsrats:

Am 16. 12. 09 hat Ver.di mit den Geschäftsführern des Kinos Babylon Mitte Timothy Grossman und Tobias Hackel einen Haustarifvertrag abgeschlossen, der in vielen Fällen um gut 30% unter der Vergütungstabelle des entsprechenden Verdi-Bundestarifvertrages liegt, oft fällt der Verzicht aber weit deutlicher aus:
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Schafft zwei, drei, viele Babylons

Seit dieser Woche ist es amtlich: der Berliner Senat wird 30.000 Euro mehr für das Babylon bereitstellen – zweckgebunden für Lohnerhöhungen. Geht man nach den Darstellungen des ver.di-Verhandlungsführers Andreas Köhn, dann sind diese Erhöhungen folgendermaßen zustande gekommen: es gab keinen Arbeitskampf im Babylon, nur ein paar bezahlte Flugblattverteiler der Basis*** FAU Berlin, die auf die Situation aufmerksam gemacht und einen stillosen Boykott durchgeführt hat; irgendwann wurde ver.di von einem Mitglied im Betrieb angerufen; Landesbezirksvize Köhn hat sich dann, weil es sich beim Babylon wohl um einen so wichtigen Produktionsfaktor in Berlin handelt, zum Retter und die ganze Angelegenheit zur „Chefsache“ erklärt; die Babylon-Bosse konnten es gar nicht abwarten, endlich mal die Bedingungen für ihre MitarbeiterInnen zu verbessern und stimmten prompt Verhandlungen zu (leider ging das ja vorher nicht, weil sie ja keine „richtige“ Gewerkschaft zum Verhandeln gehabt haben); und weil der kühne Köhn ein Gewerkschafter ist, vor dem alle politischen Riegen erzittern, schwang er gleich nochmals seinen Zauberstab, so dass der Senat 30.000 Euro mehr zur Verfügung stellte. So einfach ist das anscheinend.

Da könnte man doch allen ArbeiterInnen nur raten: Rufet schnell Herrn Köhn herbei, der wird es richten! Ein paar fleißige Worte und Arbeitgeber kommen genauso wie Politiker schnell zur Einsicht. Nur seltsam: gleichzeitig zu diesem Geschehen ruft ver.di Berlin zu Protesten gegen den Berliner Kürzungshaushalt auf, von dem viele v.a. im Kultur- und Bildungsbereich betroffen sind. Und das, obwohl sogar ver.di in diesem Bereich zuletzt sogar mit Arbeitskampfmaßnahmen aktiv war. Warum schwingen ver.di-Funktionäre nicht auch hier einfach ihren Zauberstab?
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Boykottaufruf durch ver.di

Verdi ruft zum Konsumboykott auf, um überforderte DienstleisterInnen zu entlasten. Schön, daß dieses Mittel der direkten Aktion nicht nur von der FAU genutzt wird. Schade, daß die Angestellten des Babylon nicht davon profitieren dürfen, denn die FAU musste auch auf juristischen Druck hin ihren Boykottaufruf zurückziehen. Andreas Köhn kommentierte den Babylon-Boykott im Sprachrohr (auf S. 11), dessen Chefredakteur der Befragte zugleich ist, so:

Das ist nicht unser Stil. Wenn wir – wie im Falle Lidl – zu Boykotten aufrufen, verbinden wir dies mit Arbeitskämpfen, etwa mit einem Warnstreik.

Im derzeit von Verdi ausgerufenen Konsumboykott ist von Arbeitskampf keine Rede. Der FAU hingegen wurde der Boykott gerade als Mittel des Arbeitskampfes untersagt. Nicht die einzige „Unstimmigkeit“, die sich Köhn in seiner Hauspostille leistet. So behauptet er, die flugblattverteilenden Kollegen der FAU seien bezahlt und nicht solidarisch motivierte Gewerkschafter.