Tag-Archiv für 'babylon-berlin'

EASY COME, EASY GO oder Die Sieben Klagen

Ohne sich um Kleinigkeiten wie faire Bezahlung oder Behandlung ihrer Mitarbeiter kümmern zu müssen, bekommen die Geschäftsführer der Neue Babylon GmbH ca. satte 320 000 Euro im Jahr vom Senat, um das halbkommunale Kino zu betreiben. Angeblich sollen jetzt noch 30 000 Euro im Jahr mehr fließen, um die zwar höheren, aber immer noch Dumpinglöhne zu zahlen, die der von der FAU Berlin erkämpfte, von ver.di wohl bald abgeschlossene Tarifvertrag bringen soll. Auf Nachfragen, etwa nach Feiertagszuschlägen (oder bei der Diskussion um gesetzliche Mindeststandards wie bezahlter Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall), aber auch in den aktuellen Verhandlungen mit ver.di ist immer das überaus originelle Argument zu hören: kein Geld da!
Wo ist das Geld nur geblieben? Wo bleibt es, wo geht es hin?
Ein Teil der Antwort: es fließt in die voluminösen Schalen der Justitia, es wird in einer für einen so kleinen Betrieb unmäßigen Klageflut verplempert. Bis zu dieser Woche war die Babylongeschäftsführung zeitgleich in mindestens SIEBEN Rechtsstreitigkeiten verwickelt, die hier aufgezählt werden sollen:
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Video-Kundgebung: Mörderischer Standort Kolumbien

25.10.2009, 16:30 Uhr
Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin Mitte

Am 25.10.2009 um 17h wird die Filmreihe der Expo Kolumbien eröffnet. Und das ausgerechnet im ehemals linken Kino Babylon, dessen Belegschaft seit fünf Monaten für einen Tarifvertrag kämpft.
Die Expo Kolumbien ist eine Messe, auf der sich Kolumbien als Land präsentieren möchte, in dem ausländische Investoren gute Rendite erwarten dürfen. Unterschlagen wird dabei, dass diese Rendite nur durch massive und systematische Menschenrechtsverletzungen möglich werden. Jeden Tag werden 1000 Kleinbauern von ihrem Grund und Boden vertrieben und jeden dritten Tag wird ein Betriebsrat oder Gewerkschafter ermordet.
Kolumbien darf sich nicht als Staat wie jeder andere in Berlin präsentieren! Wir protestieren mit einer Videokundgebung vor dem Kino Babylon und zeigen Zeugenaussagen von verfolgten kolumbianischen Gewerkschaftern und MenschenrechtsaktivistInnen. Gleichzeitig werden wir Solidarität mit den Beschäftigten im Babylon üben, die für einen Haustarifvertrag kämpfen und die Geschäftspolitik der Babylon-Geschäftsführung kritisieren.

VeranstalterInnen:
Berliner Solidaritätskomitee für den Widerstand in Kolumbien, kanalB, FAU Berlin und Betriebsgruppe Babylon, AK Internationalismus in der IG-Metall, Breites Bündnis für Kolumbien -Deutschland

Wirtschaftssenator bestätigt: Unter 8 Euro brutto ist Dumpinglohn

In Bezug auf das Babylon wurde schon öfter die Tatsache einer jährlichen, hohen Fördersumme ohne jegliche soziale Auflagen bei den Beschäftigungsverhältnissen diskutiert. Das dies bei weitem kein Einzelfall ist, konnte man heute in den Nachrichten erfahren. (mehr…)

Die Belegschaft fordert:

75% der Beschäftigten des Babylon Mitte haben einen Katalog von Forderungen an Verdi-Verhandler Andreas Köhn verfasst:

Sehr geehrter Herr Köhn,

Wir, Beschäftigte im Babylon Mitte, möchten Ihnen unsere Erwartungen an einen Haustarifvertrag mitteilen und fordern Sie auf, diese in Ihre Verhandlungsposition aufzunehmen. Schon auf der letzten Betriebsversammlung haben wir beide im Babylon Mitte vertreten Gewerkschaften einstimmig dazu aufgefordert gemeinsam auf einen Haustarifvertrag für alle Beschäftigten hinzuwirken. In diesem Sinne fordern wir Sie auch generell auf, ihre Verhandlungen allen Betroffenen transparent zu machen. Speziell auf unserer Bedürfnisse im Babylon sind folgende Forderungen zugeschnitten, deren Übernahme wir durch die verhandelnden Gewerkschaften erwarten:
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Die Mär vom linken Kino

Das Image des Babylon als „linkes Kino“ wurde im Arbeitskampf häufig bemüht. KritikerInnen des Arbeitskampfes verwiesen gerne darauf, dass das Babylon ein linkes, engagiertes Kinoprogramm zu bieten hätte. Das Interesse der Beschäftigten an würdigen Löhnen und Arbeitsbedingungen sollte so relativiert werden. Ungeachtet der Tatsache, dass das Kino tatsächlich zu Teilen mit einem progressiven Programm aufwarten kann, muss sich gerade ein „linker Betrieb“ in erster Linie an seinem Umgang mit den Beschäftigten, an Lohngerechtigkeit und Mitbestimmung messen lassen. Unter diesem Stichpunkt schneidet die Geschäftsführung mit ihrem frühkapitalistischen Gebaren kaum gut ab: (mehr…)