Tag-Archiv für 'babylon'

babylon @ globale Filmfestival: Film und Workshop

Das globale Filmfestival sei generell empfohlen und insbesondere auch diese beiden Veranstaltungen im Rahmen der anstehenden globale10:

Am Do, 27.5. um 18 uhr:
Film „Babylon System – Prekäre Organisierung mit Vorführ-Effekt“ (Regie: Freundeskreis Videoclips, Deutschland 2009, 40 Min.)
Gerade im Babylon-Mitte, dem senatsgeförderten Kommunalkino mit dem »Links«-Image, kam es im letzten Jahr zu einem Aufsehen erregenden Kampf der Belegschaft gegen prekäre, außertarifliche Arbeit. Dabei stießen nicht nur Belegschaft und Kinoleitung aneinander, sondern auch verschiedene gewerkschaftliche Strategien. Der Film blickt hinter die Kulissen des Arbeitskampfes und analysiert ein Paradebeispiel für Prekarisierung im Kulturbetrieb.
Gäste: Vertreter_innen Babylon der Betriebsgruppe und des Betriebsrats, ver.di (angefragt) & weitere gewerkschaftliche Aktivist_innen

Am Mo, 31.5. um 18.30 Uhr:
Workshop „Prekäre (Film-)Kultur – Probleme und Horizonte kollektiver Organisierung”
Ausgehend vom Konflikt im Kino Babylon-Mitte nehmen wir die reale Prekarität im Kultur- und Kinobereich in den Blick. Medienaktivistische Projekte, wie die globale, sind verortet in einem zerklüfteten Feld zwischen »freien« kulturellen Projekten, geförderten oder kommerziellen Filmstrukturen und »alternativen« Kinos mit ihren unterschiedlichen Arbeits- und Lohnverhältnissen. Hier stoßen auch verschiedene gewerkschaftspolitische Strategien aufeinander, wie sich Kultur- und Filmschaffende politisch organisieren können.

Beides jeweils im Kino Moviemento, Kottbusser Damm 22, Berlin-Kreuzberg.

Dumping-Tarif im Babylon

Pressemitteilung des Babylon-Betriebsrats:

Am 16. 12. 09 hat Ver.di mit den Geschäftsführern des Kinos Babylon Mitte Timothy Grossman und Tobias Hackel einen Haustarifvertrag abgeschlossen, der in vielen Fällen um gut 30% unter der Vergütungstabelle des entsprechenden Verdi-Bundestarifvertrages liegt, oft fällt der Verzicht aber weit deutlicher aus:
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Boykottaufruf durch ver.di

Verdi ruft zum Konsumboykott auf, um überforderte DienstleisterInnen zu entlasten. Schön, daß dieses Mittel der direkten Aktion nicht nur von der FAU genutzt wird. Schade, daß die Angestellten des Babylon nicht davon profitieren dürfen, denn die FAU musste auch auf juristischen Druck hin ihren Boykottaufruf zurückziehen. Andreas Köhn kommentierte den Babylon-Boykott im Sprachrohr (auf S. 11), dessen Chefredakteur der Befragte zugleich ist, so:

Das ist nicht unser Stil. Wenn wir – wie im Falle Lidl – zu Boykotten aufrufen, verbinden wir dies mit Arbeitskämpfen, etwa mit einem Warnstreik.

Im derzeit von Verdi ausgerufenen Konsumboykott ist von Arbeitskampf keine Rede. Der FAU hingegen wurde der Boykott gerade als Mittel des Arbeitskampfes untersagt. Nicht die einzige „Unstimmigkeit“, die sich Köhn in seiner Hauspostille leistet. So behauptet er, die flugblattverteilenden Kollegen der FAU seien bezahlt und nicht solidarisch motivierte Gewerkschafter.

Seifenoper Babylon: Kabale und Spekulationen

Während die halbe Linke darauf wartet, dass die Wirtschaftskrise endlich auch mal die bundesdeutschen Lohnabhängigen zu Taten reizt, kämpfen seit Monaten Beschäftigte des Kinos Babylon Mitte in Berlin nicht nur für höhere Löhne und sichere Arbeitsverhältnisse, sondern auch für Würde, Mitbestimmung, ja sogar für Gewerkschaftsfreiheiten, die in Deutschland ganz offensichtlich rar sind. Hartnäckig bestehen Sie auf ihren Forderungen und darauf, nicht entmündigt zu werden, so dass sie mittlerweile nicht nur im Konflikt mit der Geschäftsführung, sondern auch mit ver.di stehen, die sich unter dubiosen Umständen eingeklinkt hat. Selten hat ein so kleiner Betriebskonflikt solche Wellen geschlagen, selten solche eine Hartnäckigkeit gezeigt. Um die endlich in den Griff zu bekommen, greifen die Opponenten zu allen Mitteln. Nun wird gar ein Gewerkschaftsverbot bemüht. Spätestens jetzt sollte klar sein: Babylon geht alle an!
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EASY COME, EASY GO oder Die Sieben Klagen

Ohne sich um Kleinigkeiten wie faire Bezahlung oder Behandlung ihrer Mitarbeiter kümmern zu müssen, bekommen die Geschäftsführer der Neue Babylon GmbH ca. satte 320 000 Euro im Jahr vom Senat, um das halbkommunale Kino zu betreiben. Angeblich sollen jetzt noch 30 000 Euro im Jahr mehr fließen, um die zwar höheren, aber immer noch Dumpinglöhne zu zahlen, die der von der FAU Berlin erkämpfte, von ver.di wohl bald abgeschlossene Tarifvertrag bringen soll. Auf Nachfragen, etwa nach Feiertagszuschlägen (oder bei der Diskussion um gesetzliche Mindeststandards wie bezahlter Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall), aber auch in den aktuellen Verhandlungen mit ver.di ist immer das überaus originelle Argument zu hören: kein Geld da!
Wo ist das Geld nur geblieben? Wo bleibt es, wo geht es hin?
Ein Teil der Antwort: es fließt in die voluminösen Schalen der Justitia, es wird in einer für einen so kleinen Betrieb unmäßigen Klageflut verplempert. Bis zu dieser Woche war die Babylongeschäftsführung zeitgleich in mindestens SIEBEN Rechtsstreitigkeiten verwickelt, die hier aufgezählt werden sollen:
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