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Babylon im Kino

Am kommenden Donnerstag, dem 17. 9. zeigt das Kino im Sprengel in Hannover den Kurzfilm zum Babylon Konflikt vom Freundeskreis Videoclips. Da sich im Babylon Mitte ja alle paar Tage was tut, sind auch Leute im Kino, die zum aktuellen Stand der Dinge referieren. So auch am Montag, dem 21. 9. im Regenbogenkino in Kreuzberg. Dort läuft der Film gemeinsam mit dem Lehrstück gegen gewerkschaftliches rumgammelnDas Ende der Vertretung“ (Interview von Radio Z). Und wer an beiden Terminen nicht gerade in Hannover Nordstadt oder Berlin Kreuzberg ist, schaut einfach hier:

Fragwürdiges Eingreifen von ver.di im Babylon-Konflikt

Presseerklärung – 03.09.09 von FAU Berlin

Im seit Monaten andauernden Arbeitskonflikt im Berliner Kino Babylon Mitte zeichnet sich eine seltsame Entwicklung ab. Wie der Presse vom 03.09.2009 zu entnehmen ist, lädt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Geschäftsleitung der Neuen Babylon GmbH nun zu Tarifverhandlungen. Dies erscheint in verschiedener Hinsicht ominös.
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Schaum vorm Mund

Die Nerven der Babylon-Leitung scheinen allmählich blank zu liegen. Als zum Start des Freiluftkinos in Charlottenburg, das ebenso von den Herren Grossman und Hackel betrieben wird, eine stattliche Anzahl FAU-GewerkschafterInnen das Publikum über den Babylon-Arbeitskampf informieren wollte, platzte Timothy Grossman die Hutschnur. Der Maggy Thatcher vom Luxemburg-Platz bemühte sich höchstpersönlich, den Vorplatz des Schlosses von renitenten GewerkschafterInnen zu säubern und hetzte das Sicherheitspersonal auf diese los. Als dies nicht effektiv genug war, kontaktierte er die Polizei und war mit den Worten zu vernehmen: „Die lachen mich aus“. Das tat die Polizei anscheinend auch, ließ sie sich doch dennoch nicht blicken. Zeit für Grossman, die Sache selbst in die Hand zu nehmen! Eigenhändig stürmte er auf die GewerkschafterInnen los und riss ihnen die Flugblätter aus der Hand (ob dies schon als Diebstahl zu werten ist?), in einer Art und Weise, die an Handgreiflichkeit grenzte. Dem nicht genug, ging Grossman auch auf eine zahlende Kundin los, die trotz seiner Vertreibungsaktion auf einem Flugblatt bestand. Als er ihr dieses mit Schaum vor dem Mund aus der Hand riss, fühlte sie sich sichtlich angegriffen. „Don´t touch me!“ schallte es laut über den Vorplatz. Sie und ihre BegleiterInnen blieben schließlich dem Kino fern, so wie auch andere Besuchergruppen.
Interessant: Ungefähr zur selben Zeit leistete sich Theaterleiter Jens Mikat einen Aussetzer, als er vor dem Babylon Mitte einen FAU-Gewerkschafter am Arm packte und wegzuschieben versuchte.
Die FAU Berlin setzt ihre tägliche Präsenz vor den Einrichtungen Grossmans und Hackels fort, so dass es immer wieder Anlässe für kleine Ausraster ihrerseits geben wird. Mal sehen wie lange sich z.B. deren Medienpartner wie Radio Eins es sich leisten können, damit in Verbindung gebracht zu werden. Kein schönes Bild!

Schuld am Rausschmiss: Betriebsrat

Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen haben die Geschäftsführer Timothy Grossman und Tobias Hackel einen befristeten Arbeitsvertrag im Babylon Mitte nicht verlängert. Erklärt wurde das erneut nicht etwa mit rückläufigen Besucherzahlen, fehlendem Geld oder Beteiligung an „illegalen“ Betriebsversammlungen, nein der Betriebsrat sei daran Schuld, daß man sich leider vom Mitarbeiter trennen müsse. Da der Betriebsrat seine Rechte wahrnimmt und dies nicht immer im Einklang mit der Geschäftsführung, muss der Betriebsrat weg – oder zumindest seine Mitbestimmungsrechte. Viele dieser Rechte sind an eine Mitarbeiterzahl von in der Regel mehr als 2o gebunden. Damit der Betriebsrat diese „hinderlichen“ Rechte einbüßt, verlieren im halbkommunalen Kino Babylon Mitte die Beschäftigten ihre Arbeit, oder werden zum Schein in Grossmanns und Hackels „Zweitfirma“ ausgegliedert, und dann von dieser „zurückgeliehen“.
Schon kurz nach der erstmaligen Wahl eines Betriebsrats im November 2008 sahen sich die drei Mitglieder mit dubioser Versetzung in den Keller, unsauberer Kündigung und anderen Maßnahmen ausgesetzt, die von Kritikern als unerlaubte Maßregelung eingeschätzt werden.

Hoch die Tassen!

Foto: Christos Mogenos, erhältlich bei www.cafe-libertad.deEinen Sack voll Kaffee hat das Café Libertad Kollektiv aus Hamburg den arbeitskämpfenden Beschäftigten im Babylon Mitte spendiert. Der solidarisch gehandelte Kaffee aus Chiapas der Sorte FAU-Streikkaffee erreichte das Babylon mit einer Solidaritätserklärung:

Liebe Kolleginnen und Kollegen vom Babylon Kino,
Wir, das Café Libertad Kollektiv in Hamburg, erklären uns mit Eurem Kampf um bessere Löhne und Arbeitsbedingungen solidarisch!
um Eure Stimmung in der sicherlich langwierigen Auseinandersetzung etwas aufzumöbeln und Euch immer wachsam zu halten, schicken wir Euch heute eine Kiste mit unserem FAU-Streikkaffee zu.
Wir hoffen, dass ihr diesen Soli-Kaffee nicht nur vor der Tür beim Flugblattverteilen geniessen könnt, sondern auch drinnen, in der Höhle der beiden Löwen, die letztlich doch nur zwei (…) die lauter bellen, als sie wirklich können.
Wenn der Boykott nicht weiterhilft, dann hilft eben nur noch der Warnstreik und der Erzwingungsstreik zur Durchsetzung eures Tarifvertrages
Eure Solidarischen Genoss/innen der
Café Libertad Kollektiv eG

Die Auslassung (…) ist im Schreiben einzusehen. Zum Beispiel heute Nachmittag beim Kaffee im FAU-Lokal. Danke für die erklärte und praktische Solidarität!