Tag-Archiv für 'boykott'

Don‘t get cought in a bad – Ähm… Hotel!

Nicht nur in Berlin wurde am 8. Mai auf schlechte Arbeitsbedingungen prekär Beschäftigter aufmerksam gemacht:

Der lautstarke Boykottaufruf ist eine Zusammenarbeit von gewerkschaftlichen und schwul-lesbischen AktivitInnen im Rahmen einer Kampagne für das Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren und für bessere Arbeitsbedingungen im Hotel und Gaststättengewerbe. Auch die Gewerkschaft der Football-Profis unterstützt die HotelarbeiterInnen und droht Hotelbetreibern mit Boykott, sollten diese ihre Teilzeit-Angestellten bei deren gewerkschaftlichen Organisierung behindern. (mehr…)

Arbeitsgericht Berlin greift Gewerkschaftsfreiheit an

Pressemitteilung der FAU Berlin
Berlin, den 13. Oktober 2009

Am 7.10. gab das Arbeitsgericht Berlin dem Antrag auf Einstweilige Verfügung gegen den Boykottaufruf der FAU für das Kino Babylon Mitte statt. Grund für dieses Urteil war laut Angaben der Richterin die angeblich fehlende Tariffähigkeit der Basisgewerkschaft Freie ArbeiterInnen-Union (FAU): die Gewerkschaft sei zu klein. Damit war ausdrücklich nicht der Organisierungsgrad im Kino selbst gemeint, wo über ein Drittel der Belegschaft einen FAU-Ausweis besitzt, sondern die betriebsübergreifende Mitgliederzahl.

„Wie soll eine Gewerkschaft tarifmächtig werden, wenn ihr von Anfang an die Arbeitskampfmittel für einen Tarifvertrag verboten werden?“, fragt sich Lars Röhm, Sekretär der FAU Berlin. „Das ist absurd. Die Feststellung der Tariffähigkeit dient eigentlich dazu, dass den Arbeitgebern kampffähige Gewerkschaften gegenüberstehen und Lohnstandards nicht von Phantomgewerkschaften untergraben werden. Hier wird dieses Prinzip auf den Kopf gestellt, wurde ein Arbeitskampf doch von außen durch ver.di unterlaufen.“

Die FAU-Betriebsgruppe im Babylon Mitte hält den bisherigen Arbeitskampf dennoch für einen Erfolg, denn es gilt als sicher, dass die Geschäftsführung einen Tarifvertrag unterzeichnet. Sie wird darüber mit der Gewerkschaft ver.di verhandeln, die zwar im Betrieb kaum verankert ist, aber gemeinhin als tariffähig gilt. Ver.di wurde der Babylon-Geschäftsführung als Verhandlungspartner von der Linkspartei vermittelt, nachdem der Druck auf das Babylon und die Politik zu stark angewachsen war. „Dass es zu dieser Vertragsunterzeichnung kommen wird, ist einzig und allein der FAU zu verdanken, die seit Monaten mit uns gemeinsam kämpft. Wir finden es skandalös, dass uns die Freiheit genommen wird, über welche Gewerkschaft wir Kollektivverträge für uns erwirken“, empört sich Andreas Heinze, Filmvorführer im Babylon und Betriebsrat.

Die FAU-Betriebsgruppe kündigte indessen an, die Verhandlungen genau zu beobachten und möglichst viel Einfluss auf ver.di geltend zu machen, deren Intervention sie äußerst kritisch beurteilt. Die FAU Berlin selbst prüft derzeit die Möglichkeiten einer Revision des Urteils, um das Grundrecht auf Gewerkschaftsfreiheit zu verteidigen. „Dieses Urteil verstößt gegen die verfassungsmäßige Koalitionsfreiheit und internationale Standards. In anderen Ländern sind kämpferische Basisgewerkschaften selbstverständlich, hier muss ihre Anerkennung noch mühsam erkämpft werden“, so Röhm. In Frage stellen wird die FAU dabei auch, dass eine hohe ver.di-Funktionärin als Schöffenrichterin in einem Prozess fungierte, der einen Arbeitskampf mit ver.di-Verwicklung und die Tariffähigkeit einer anderen Gewerkschaft zum Gegenstand hatte.

FAU Berlin und FAU-Betriebsgruppe Babylon Mitte

Boykottieren verboten?

Liebe UnterstützerInnen,

die FAU ruft ab sofort nicht mehr zum Boykott des Kino Babylon Mitte auf. Dies hat u.a. auch einen rechtlichen Hintergrund und könnte bei
Zuwiderhandlung juristische Folgen für uns und Euch haben. Deshalb fordern wir Euch alle umgehend auf, die Verbreitung unserer Aufrufe zum Boykott gegen das Babylon Mitte zu unterlassen, Materialien mit dem Boykott-Aufruf nicht weiter zu verbreiten, Internetbanner mit Boykott-Aufrufen von Euren Seiten zu nehmen und vergleichbares zu unterlassen.

Weitere Informationen folgen bald.

Victor Grossman Union Scab

[Anmerkung: Die FAU Berlin ruft seit dem 7.10.2009 nicht mehr zum Boykott des Kino Babylon Mitte auf]

Über die Veranstaltung von Victor Grossman, Vater des Babylon-Geschäftsführers, über die Basis-Gewerkschaft IWW hatten wir bereits geschrieben. Man mag sich darüber streiten, ob sein Vorgehen nun zynisch, naiv oder besonders provokant ist. Mittlerweile gibt es eine offizielle Stellungnahme der IWW selbst, welche diese Veranstaltung als „schlicht widerlich“ bezeichnet.

Die komplette Stellungnahme sei an dieser Stelle dokumentiert:

Victor Grossman Union Scab

Am 26.8. 2009 hat Victor Grossman im Kino Babylon Berlin Mitte einen Vortrag zum Thema “Die Wobblies in den USA” gehalten.

Normalerweise begrüßt die IWW öffentliche Debatten, aber in diesem Fall lehnen wir die Veranstaltung aus zwei Gründen ab.
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Keine bis falsche Positionierung der Linkspartei

[Anmerkung: Die FAU Berlin ruft seit dem 7.10.2009 nicht mehr zum Boykott des Kino Babylon Mitte auf]

Diese Woche gab der Vize-Landesvorsitzende der Berliner Linkspartei, Wolfgang Albers, abermals gegenüber der Presse bekannt, dass seine Partei zu Gesprächen mit der FAU über den Konflikt im Babylon Mitte bereit wäre. Diese Aussage ist höchst verwunderlich. Denn die FAU Berlin hat zuletzt verschiedene relevante Stellen der Partei und ihrer Senatsfraktion sowie Albers selbst mehrfach offiziell mit diesem Anliegen kontaktiert – ohne, dass jemals entsprechend darauf reagiert wurde. Wir arbeiten aber weiterhin daran, Herrn Albers endlich mal persönlich an die Strippe zu bekommen.

Diese ausbleibende Resonanz ist vor allem deshalb inakzeptabel, weil die FAU nach wie vor die Berliner Linkspartei in einer politischen und moralischen Verantwortung für die Zustände im Babylon Mitte sieht. Dabei geht es nicht darum, dass die Partei nicht zur Arbeitgeberseiter gehöre, worauf Albers mehrfach verwies. (mehr…)