Tag-Archiv für 'kino'

Als wüssten sie wo es besser ist.

So ganz erschließt sich der Sinn hinter Phil Collins (hat auch schon Spannendes gemacht) Autokino in der Temporären Kunsthalle nicht. Muss ja nicht. Aber vielleicht wäre ein Autokino auf den Freiflächen der zuküftigen Stadtschlossattrappe nebenan in mehrfacher Hinsicht besser aufgehoben. Nun ja, ab Frühling zumindest.
Trotzdem ein Grund zur Freude: Die in im Programm präsentierten Arbeiten unseres Unterstützers Harun Farocki, vor allem Arbeiter verlassen die Fabrik, 1995 aber auch Leben BRD, 1990 und Die Bewerbung 1997 sind eine frühe Reservierung (Tel. 2060 5512) wert. Der Eintritt ist frei, es gibt nur wenige Plätze. Empfehlenswert soll der 190er vorne rechts sein.

Arbeiter verlassen die Fabrik, Harun Farocki, 1995
Sonntag, 7. Februar 2010 16 Uhr (und danach ins Lichtblick oder Regenbogenkino?)
Samstag, 27. Februar 2010 15 Uhr
Donnerstag, 18. Februar 2010 14 Uhr
Mittwoch, 03. März 2010 17 Uhr
Montag, 08. März 2010 15 Uhr

Großes Auto(scooter)Kino in geschlossenen Räumen gibt’s übrigens auch hier.

Video-Kundgebung: Mörderischer Standort Kolumbien

25.10.2009, 16:30 Uhr
Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin Mitte

Am 25.10.2009 um 17h wird die Filmreihe der Expo Kolumbien eröffnet. Und das ausgerechnet im ehemals linken Kino Babylon, dessen Belegschaft seit fünf Monaten für einen Tarifvertrag kämpft.
Die Expo Kolumbien ist eine Messe, auf der sich Kolumbien als Land präsentieren möchte, in dem ausländische Investoren gute Rendite erwarten dürfen. Unterschlagen wird dabei, dass diese Rendite nur durch massive und systematische Menschenrechtsverletzungen möglich werden. Jeden Tag werden 1000 Kleinbauern von ihrem Grund und Boden vertrieben und jeden dritten Tag wird ein Betriebsrat oder Gewerkschafter ermordet.
Kolumbien darf sich nicht als Staat wie jeder andere in Berlin präsentieren! Wir protestieren mit einer Videokundgebung vor dem Kino Babylon und zeigen Zeugenaussagen von verfolgten kolumbianischen Gewerkschaftern und MenschenrechtsaktivistInnen. Gleichzeitig werden wir Solidarität mit den Beschäftigten im Babylon üben, die für einen Haustarifvertrag kämpfen und die Geschäftspolitik der Babylon-Geschäftsführung kritisieren.

VeranstalterInnen:
Berliner Solidaritätskomitee für den Widerstand in Kolumbien, kanalB, FAU Berlin und Betriebsgruppe Babylon, AK Internationalismus in der IG-Metall, Breites Bündnis für Kolumbien -Deutschland

Stören erlaubt

Laut Bundesarbeitsgericht ist das Stören von Betriebsabläufen auch Betriebsfremden erlaubt, wenn sich der gestörte Betrieb im Arbeitskampf befindet und eine Gewerkschaft z.B. zu einem Flashmob aufgerufen hat:

„Ein solcher Eingriff kann aber aus Gründen des Arbeitskampfes gerechtfertigt sein. Gewerkschaftliche Maßnahmen, die zur Durchsetzung tariflicher Ziele auf eine Störung betrieblicher Abläufe gerichtet sind, unterfallen der durch Art. 9 Abs. 3 Grundgesetz gewährleisteten Betätigungsfreiheit der Gewerkschaften. Zu dieser gehört die Wahl der Arbeitskampfmittel“
(Urteilsbegründung, Az: 1 AZR 972/08)

Laut Gericht kann eine Geschäftsführung die Störung beseitigen, in dem sie z. B. den Betrieb dicht macht.

Gutes Beispiel (mehr Videos bei KanalB):

Freitag: Willkommen im Babylon!

[Anmerkung: Die FAU Berlin ruft seit dem 7.10.2009 nicht mehr zum Boykott des Kino Babylon Mitte auf]

Die Babylon Betriebsgruppe der FAU dankt allen Gästen die in den vergangenen Monaten dem Boykottaufruf der FAU gefolgt sind und das Babylon Mitte mieden. Gegenüber der Geschäftsführung konnte so enormer Druck für den Beginn von Verhandlungen und den Abschluss eines Tarifvertrags mit der FAU aufgebaut werden. Noch immer weigern sich die Geschäftsführer Grossman und Hackel aber mit uns zu verhandeln – der Boykott wird weitergehen.
Unterdessen bietet sich aber eine gute Gelegenheit, das Babylon zu besuchen ohne den Geschäfsführern dadurch Geld hinterher zu werfen:
Am kommenden Freitag veranstaltet „die Linke“ eine „linke Kinonacht“ (Eintritt frei) im Babylon Mitte, zu der auch wir unsere Unterstützerinnen und Unterstützer herzlich einladen. Um 18 Uhr findet eine Diskussion um „linke Medien“ statt. Vielleicht referiert Babylon-Geschäftsführer Timothy Grossman an dieser Stelle darüber wie linke Medien mit Abmahnungen und Prozessen überzogen werden können, nachdem sie kritisch über das Babylon berichteten. Fragen und Diskussionsbeiträge sind sicher sehr willkommen. Um 20 Uhr dann darf man den Herren Gysi und Lederer lauschen. Vielleicht erzählen sie den Kinobesuchern von Mindestlöhnen, vielleicht werden sie auch danach gefragt warum diese nicht im Babylon Mitte bezahlt werden, dafür aber engagierte Mitarbeiter ihren Job verlieren. Die Berliner Linkspartei trägt letztlich die Verantwortung für die Zustände im Babylon, dessen Geschäftsführer sie gegen erhebliche Proteste in Position brachte. Sicher freuen sich aber auch viele linke BesucherInnen und Besucher darüber auf vielfältige Weise über die Zustände im Babylon Mitte informiert zu werden, die Gesprächsthemen im Foyer werden ja hoffentlich nicht wie die Taschen am Eingang auf missliebige politische Inhalte hin untersucht werden. Oder doch?

FAU Betriebsgruppe Babylon

Fragwürdiges Eingreifen von ver.di im Babylon-Konflikt

Presseerklärung – 03.09.09 von FAU Berlin

Im seit Monaten andauernden Arbeitskonflikt im Berliner Kino Babylon Mitte zeichnet sich eine seltsame Entwicklung ab. Wie der Presse vom 03.09.2009 zu entnehmen ist, lädt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Geschäftsleitung der Neuen Babylon GmbH nun zu Tarifverhandlungen. Dies erscheint in verschiedener Hinsicht ominös.
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