Bereits gestern erschien im ND ein lesenswerter Artikel zum Arbeitskampf im Babylon. Bedauernswert ist, dass ver.di-Chefunterhändler Andreas Köhn mit seiner FUD-Strategie – sprich einer gezielten, aber dennoch subtilen Desinformationspolitik – durchaus Erfolg zu haben scheint:
Weitere Versuche [einer Zusammenarbeit von FAU und ver.di] scheiterten nach Aussage von Köhn daran, dass sich »die FAU nicht an Absprachen gehalten hat.« Müßig herauszufinden, wer was wann gesagt oder unterlassen hat.
Im seit Monaten andauernden Arbeitskonflikt im Berliner Kino Babylon Mitte zeichnet sich eine seltsame Entwicklung ab. Wie der Presse vom 03.09.2009 zu entnehmen ist, lädt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Geschäftsleitung der Neuen Babylon GmbH nun zu Tarifverhandlungen. Dies erscheint in verschiedener Hinsicht ominös. (mehr…)
Im Neuen Deutschland gab es eine Vorausschau auf die Kundgebung vorm Babylon. Die Junge Welt wiederum betreibt Nachlese. Beide Artikel sind auch hinsichtlich der Position der Linkspartei interessant (wozu wir ja erst kürzlich etwas geschrieben haben.). Tip Berlin und Tagesspiegel berichteten ebenfalls in längeren Artikeln.
Danke, Redakteurinnen und Redakteure von radioeins. So nett, dass ihr kurz vor dem Interview mit Timothy Grossman Woog Riots‘ Titel Frank Backwards gespielt habt, dessen Refrain ich eben noch mitgesungen habe: „We don’t work for minimum wages!“ Und dann Herrn Grossman mit „the House of Pain“ zu verabschieden – köstlich!
Das Interview zum Freiluftkino Charlottenburg (in Auszügen, sinngemäß, fast wörtlich):
Konstantina Vassiliou-Enz: Was ist wenn es regnet?
Timothy Grossman: Unsere Leinwand ist aus Luft!
Konstantina Vassiliou-Enz: Reden sie sich das Gewitter schön?
Timothy Grossman: Nee. Ich als Veranstalter denke, dass es gut geht.
Konstantina Vassiliou-Enz: Wenn sie ebensoviel Mut und Optimismus haben wie Timothy Grossmann, dann gehen sie einfach hin.
Ok, dem ließe sich widersprechen. Das Interview durfte natürlich nicht kritisch sein, schliesslich besteht da eine „Medienpartnerschaft“, die hat offenbar auch im gebührenfinanzierten Radio Vorrang vor journalistischem Handwerk.