Tag-Archiv für 'senat'

Wider den Kuchenfilm

Undurchsichtiger Vergabeprozess, Ausrichtung zwischen drögem Arthouse- und Kommerzkino. Willkommen im Babylon? Nein, auch anderswo macht sich Unmut breit über drittklassiges Führungspersonal: in der dffb drohen die Studierenden mit Streik, nachdem ihnen Jan Schütte als künftiger Direktor vom Senat vorgesetzt wurde. (mehr…)

Babylon: „Schäbig“ und „ungerecht“

Der Versuch des Senats, sich mit 30000 Euro etwas mehr Ruhe im Babylon zu kaufen, könnte fehlschlagen:
Vor wenigen Tagen wurde beschlossen dem Babylon zusätzlich zu den mehr als 300.000 Euro Fördermitteln weitere 30.000 Euro zweckgebunden für Tariflöhne hinterherzuschieben. Zunächst eine gute Nachricht für die Beschäftigten, die seit einem Jahr bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen versuchen.
Doch den Tarifvertrag durch Steuergelder zu finanzieren wäre vielleicht nicht einmal nötig gewesen, so Babylonmitarbeiter. Denn alles was viel Geld abwirft, wie das lukrative Catering im Babylon oder die Openair Veranstaltungen mit mehreren 1000 Plätzen werden von der Parallelfirma K&K ausgerichtet, die, so auch die Meinung des Betriebsrats des Babylon, mit der Neuen Babylon GmbH quasi identisch ist. Die beiden über dem Babylon ansässigen GmbHs der Herren Hackel und Grossmann, K&K und Neue Babylon, bringen also wesentlich mehr Geld ins Haus, als zugegeben wird. In der kommenden Woche steht zu dieser Frage eine gerichtliche Entscheidung an.
Dass im Babylon nicht alles mit rechten Dingen zugeht wird mittlerweile auch aus den Reihen der Linksfraktion im Senat zugegeben; Mitbewerber nennen das Verhalten von Grossmann und Hackel schäbig. (Zum entsprechenden Artikel in der taz)

Schaum vorm Mund

Die Nerven der Babylon-Leitung scheinen allmählich blank zu liegen. Als zum Start des Freiluftkinos in Charlottenburg, das ebenso von den Herren Grossman und Hackel betrieben wird, eine stattliche Anzahl FAU-GewerkschafterInnen das Publikum über den Babylon-Arbeitskampf informieren wollte, platzte Timothy Grossman die Hutschnur. Der Maggy Thatcher vom Luxemburg-Platz bemühte sich höchstpersönlich, den Vorplatz des Schlosses von renitenten GewerkschafterInnen zu säubern und hetzte das Sicherheitspersonal auf diese los. Als dies nicht effektiv genug war, kontaktierte er die Polizei und war mit den Worten zu vernehmen: „Die lachen mich aus“. Das tat die Polizei anscheinend auch, ließ sie sich doch dennoch nicht blicken. Zeit für Grossman, die Sache selbst in die Hand zu nehmen! Eigenhändig stürmte er auf die GewerkschafterInnen los und riss ihnen die Flugblätter aus der Hand (ob dies schon als Diebstahl zu werten ist?), in einer Art und Weise, die an Handgreiflichkeit grenzte. Dem nicht genug, ging Grossman auch auf eine zahlende Kundin los, die trotz seiner Vertreibungsaktion auf einem Flugblatt bestand. Als er ihr dieses mit Schaum vor dem Mund aus der Hand riss, fühlte sie sich sichtlich angegriffen. „Don´t touch me!“ schallte es laut über den Vorplatz. Sie und ihre BegleiterInnen blieben schließlich dem Kino fern, so wie auch andere Besuchergruppen.
Interessant: Ungefähr zur selben Zeit leistete sich Theaterleiter Jens Mikat einen Aussetzer, als er vor dem Babylon Mitte einen FAU-Gewerkschafter am Arm packte und wegzuschieben versuchte.
Die FAU Berlin setzt ihre tägliche Präsenz vor den Einrichtungen Grossmans und Hackels fort, so dass es immer wieder Anlässe für kleine Ausraster ihrerseits geben wird. Mal sehen wie lange sich z.B. deren Medienpartner wie Radio Eins es sich leisten können, damit in Verbindung gebracht zu werden. Kein schönes Bild!

Tarifvorsorge

Um 16 Millionen sollen die konsumptiven Ausgaben im Kulturhaushalt Berlins Jahr für Jahr gesteigert werden. 10 Millionen davon werden für die Tarifvorsorge landeseigener Kultueinrichtungen verwendet. Gut für alle die davon profitieren.
OffKultur und freie Szene gehören nicht dazu, wie wir im Babylon Mitte fordern deshalb Berliner Künstlerinnen und Künstler aus der freien Tanz- und Theaterszene finanzielle Mindeststandards und rufen zur Unterstützung des Projekts Honoraruntergrenze auf.