Tag-Archiv für 'solidarität'

Video-Kundgebung: Mörderischer Standort Kolumbien

25.10.2009, 16:30 Uhr
Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin Mitte

Am 25.10.2009 um 17h wird die Filmreihe der Expo Kolumbien eröffnet. Und das ausgerechnet im ehemals linken Kino Babylon, dessen Belegschaft seit fünf Monaten für einen Tarifvertrag kämpft.
Die Expo Kolumbien ist eine Messe, auf der sich Kolumbien als Land präsentieren möchte, in dem ausländische Investoren gute Rendite erwarten dürfen. Unterschlagen wird dabei, dass diese Rendite nur durch massive und systematische Menschenrechtsverletzungen möglich werden. Jeden Tag werden 1000 Kleinbauern von ihrem Grund und Boden vertrieben und jeden dritten Tag wird ein Betriebsrat oder Gewerkschafter ermordet.
Kolumbien darf sich nicht als Staat wie jeder andere in Berlin präsentieren! Wir protestieren mit einer Videokundgebung vor dem Kino Babylon und zeigen Zeugenaussagen von verfolgten kolumbianischen Gewerkschaftern und MenschenrechtsaktivistInnen. Gleichzeitig werden wir Solidarität mit den Beschäftigten im Babylon üben, die für einen Haustarifvertrag kämpfen und die Geschäftspolitik der Babylon-Geschäftsführung kritisieren.

VeranstalterInnen:
Berliner Solidaritätskomitee für den Widerstand in Kolumbien, kanalB, FAU Berlin und Betriebsgruppe Babylon, AK Internationalismus in der IG-Metall, Breites Bündnis für Kolumbien -Deutschland

Stören erlaubt

Laut Bundesarbeitsgericht ist das Stören von Betriebsabläufen auch Betriebsfremden erlaubt, wenn sich der gestörte Betrieb im Arbeitskampf befindet und eine Gewerkschaft z.B. zu einem Flashmob aufgerufen hat:

„Ein solcher Eingriff kann aber aus Gründen des Arbeitskampfes gerechtfertigt sein. Gewerkschaftliche Maßnahmen, die zur Durchsetzung tariflicher Ziele auf eine Störung betrieblicher Abläufe gerichtet sind, unterfallen der durch Art. 9 Abs. 3 Grundgesetz gewährleisteten Betätigungsfreiheit der Gewerkschaften. Zu dieser gehört die Wahl der Arbeitskampfmittel“
(Urteilsbegründung, Az: 1 AZR 972/08)

Laut Gericht kann eine Geschäftsführung die Störung beseitigen, in dem sie z. B. den Betrieb dicht macht.

Gutes Beispiel (mehr Videos bei KanalB):

Do, 27.08.: Videokundgebung vorm Babylon

[Anmerkung: Die FAU Berlin ruft seit dem 7.10.2009 nicht mehr zum Boykott des Kino Babylon Mitte auf]

Organisiert vom Mayday-Bündnis Berlin, findet am Donnerstag, 27. August, um 20 Uhr vor dem Kino Babylon Mitte eine Videokundgebung zur Unterstützung unseres Kampfes statt. Seid solidarisch! Kommt zahlreich! Sagt es weiter! Im folgenden der Aufruf des Mayday-Bündnisses:

Prekäre Arbeitsverhältnisse überall angreifen!

Unterstützt die kämpfende Belegschaft des Babylon!

Seit Mitte Juni wird im Kino Babylon Mitte ein Arbeitskampf geführt. Hintergrund ist die Weigerung der Geschäftsführung, (mehr…)

Kleine Rundschau

TAZ, DA, Netzwerk IT, IWW Austria, Telepolis

Schaum vorm Mund

Die Nerven der Babylon-Leitung scheinen allmählich blank zu liegen. Als zum Start des Freiluftkinos in Charlottenburg, das ebenso von den Herren Grossman und Hackel betrieben wird, eine stattliche Anzahl FAU-GewerkschafterInnen das Publikum über den Babylon-Arbeitskampf informieren wollte, platzte Timothy Grossman die Hutschnur. Der Maggy Thatcher vom Luxemburg-Platz bemühte sich höchstpersönlich, den Vorplatz des Schlosses von renitenten GewerkschafterInnen zu säubern und hetzte das Sicherheitspersonal auf diese los. Als dies nicht effektiv genug war, kontaktierte er die Polizei und war mit den Worten zu vernehmen: „Die lachen mich aus“. Das tat die Polizei anscheinend auch, ließ sie sich doch dennoch nicht blicken. Zeit für Grossman, die Sache selbst in die Hand zu nehmen! Eigenhändig stürmte er auf die GewerkschafterInnen los und riss ihnen die Flugblätter aus der Hand (ob dies schon als Diebstahl zu werten ist?), in einer Art und Weise, die an Handgreiflichkeit grenzte. Dem nicht genug, ging Grossman auch auf eine zahlende Kundin los, die trotz seiner Vertreibungsaktion auf einem Flugblatt bestand. Als er ihr dieses mit Schaum vor dem Mund aus der Hand riss, fühlte sie sich sichtlich angegriffen. „Don´t touch me!“ schallte es laut über den Vorplatz. Sie und ihre BegleiterInnen blieben schließlich dem Kino fern, so wie auch andere Besuchergruppen.
Interessant: Ungefähr zur selben Zeit leistete sich Theaterleiter Jens Mikat einen Aussetzer, als er vor dem Babylon Mitte einen FAU-Gewerkschafter am Arm packte und wegzuschieben versuchte.
Die FAU Berlin setzt ihre tägliche Präsenz vor den Einrichtungen Grossmans und Hackels fort, so dass es immer wieder Anlässe für kleine Ausraster ihrerseits geben wird. Mal sehen wie lange sich z.B. deren Medienpartner wie Radio Eins es sich leisten können, damit in Verbindung gebracht zu werden. Kein schönes Bild!