Obwohl der zusammengekürzte Verdi-Haustarifvertrag im Babylon seit Jahresanfang gilt, und der Senat nur für dessen Finanzierung 30.000 Euro locker gemacht hat, weigern sich die Geschäftsführer Hackel und Grossman den Vertrag ohne Umschweife auf alle Beschäftigten anzuwenden. Wie die Babylon Betriebsgruppe der FAU mitteilt, werden den Teilzeitbeschäftigten neue Arbeitsverträge vorgelegt, laut denen der Tarif nur gilt, wenn die Beschäftigten ihre Arbeitszeit auf 10 Stunden pro Woche reduzieren. (mehr…)
Tag-Archiv für 'verdi'
Pressemitteilung des Babylon-Betriebsrats:
Am 16. 12. 09 hat Ver.di mit den Geschäftsführern des Kinos Babylon Mitte Timothy Grossman und Tobias Hackel einen Haustarifvertrag abgeschlossen, der in vielen Fällen um gut 30% unter der Vergütungstabelle des entsprechenden Verdi-Bundestarifvertrages liegt, oft fällt der Verzicht aber weit deutlicher aus:
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Verdi macht sich unbeliebt an den europäischen Filmsets. Imago, der Dachverband 37 europäischer Kameraverbände ist entsetzt über den Vorstoß Verdis am Set Arbeitszeiten von 13 Stunden zu erlauben:
Keine Ahnung hat offenbar „diese deutsche Gewerkschaft“ von den Arbeitsbedingungen die sie festlegen will, so Nigel Walters (BSC), der die Kritik des Bundesverbandes der Filmschaffenden teilt:
»Der Freien ArbeiterInnen-Union Berlin wurde vom Landesgericht am 11. Dezember per einstweiliger Verfügung verboten sich weiterhin als „Gewerkschaft oder Basisgewerkschaft“ zu bezeichnen. Bei Androhung einer Geldstrafe oder Haft müssen die „Ex“-GewerkschafterInnen ab nun darauf verzichten, ihre Arbeit beim Namen zu nennen.
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Verdi ruft zum Konsumboykott auf, um überforderte DienstleisterInnen zu entlasten. Schön, daß dieses Mittel der direkten Aktion nicht nur von der FAU genutzt wird. Schade, daß die Angestellten des Babylon nicht davon profitieren dürfen, denn die FAU musste auch auf juristischen Druck hin ihren Boykottaufruf zurückziehen. Andreas Köhn kommentierte den Babylon-Boykott im Sprachrohr (auf S. 11), dessen Chefredakteur der Befragte zugleich ist, so:
Das ist nicht unser Stil. Wenn wir – wie im Falle Lidl – zu Boykotten aufrufen, verbinden wir dies mit Arbeitskämpfen, etwa mit einem Warnstreik.
Im derzeit von Verdi ausgerufenen Konsumboykott ist von Arbeitskampf keine Rede. Der FAU hingegen wurde der Boykott gerade als Mittel des Arbeitskampfes untersagt. Nicht die einzige „Unstimmigkeit“, die sich Köhn in seiner Hauspostille leistet. So behauptet er, die flugblattverteilenden Kollegen der FAU seien bezahlt und nicht solidarisch motivierte Gewerkschafter.
Wenn Manager ihre Anweisungen erst ausdrücklich als solche kennzeichnen müssen um ihnen Gewicht zu verleihen, können sie mit Respekt und Vertrauen ihrer Untergebenen schon lange nicht mehr rechnen. So wohl auch ver.di-Bezirksvize Andreas Köhn, der die ver.di-interne Anweisung erlassen hat, mit dem Anwalt des Betriebsrats des Babylon in keiner Weise mehr zusammenzuarbeiten. Mehr noch, nicht einmal „in sonstiger Form ins Gespräch bringen“ darf man bei ver.di die Kanzlei, in der der Babylon-Betriebsrat (darin vertreten ist auch die Minderheitsgewerkschaft ver.di) kurz zuvor noch geschult wurde. Jahrelang soll der Anwalt auch in ver.di-Veranstaltungen Gewerkschafter beraten haben. Damit ist nun Schluss. Wenige Tage zuvor sollen die Babylon Geschäftsführer Grossman und Hackel dem Betriebsrat deutlich gesagt haben, dieser habe sich den falschen Anwalt ausgesucht.
Schon im September hatte der Betriebsrat Köhns Agieren als unkollegial und verantwortungslos kritisiert.
In Bezug auf das Babylon wurde schon öfter die Tatsache einer jährlichen, hohen Fördersumme ohne jegliche soziale Auflagen bei den Beschäftigungsverhältnissen diskutiert. Das dies bei weitem kein Einzelfall ist, konnte man heute in den Nachrichten erfahren. (mehr…)
Danke, Drehbuchautor Christian Jeltsch für Sätze wie diesen
Es bleibt die Frage in welchem Zustand eine Gewerkschaft ist, in der ein solcher Skandal in der Öffentlichkeit eskalieren kann.Der gestrige Tatort kam ganz ohne Mord und Totschlag aus und wurde trotzdem nur selten langweilig: Ein Gewerkschaftsfunktionär, der mit der Arbeitgeberseite besser zurecht kommt als mit den Genossen Kollegen, denen er dabei noch einreden kann der Zweck, das grosse gute Ziel, heilige am Ende doch Skrupellosigkeit und Machtkalkül – sowas gibts doch nur im Film?
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In dieser Woche hat ver.di-Landesvize Köhn tatsächlich seinen Mitgliedern im Babylon Mitte einen Tarifvertragsentwurf vorgelegt. Er soll also wohl alles auf eine Eins-zu-Eins-Übernahme des ver.di-Flächentarifvertrages hinauslaufen. Die FAU Berlin hält dies selbstredend nicht für ausreichend, ist die Belegschaft doch mit viel weitergehenderen und innovativeren Forderungen angetreten, die alle in den Tarifvertragsentwurf der FAU Berlin eingeflossen sind. Vor allem berücksichtigt ver.di nicht die spezifischen Probleme im Hause Babylon.
Ein Vergleich der beiden Tarifverträge ist äußerst vielsagend. In der hier zu findenden Tabelle sind zahlreiche Punkte der beiden Entwürfe gegenüber gestellt. Möge sich jede/r selbst ein Bild machen. Ein paar Punkte verdienen eine besondere Beachtung und sollen hier kurz erläutert werden:
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Pressemitteilung der FAU Berlin
Berlin, den 6. Oktober 2009
Am heutigen Dienstag, den 06.10.09, gab es ein erstes offizielles Gespräch zwischen ver.di-Landesvize Andreas Köhn und Lars Röhm, dem Sekretär der FAU Berlin. Vorangegangen war dem, dass die letzte Betriebsversammlung im Babylon Mitte die beiden Gewerkschaften ver.di und FAU per Beschluss zu einem gemeinsamen tarifpolitischen Vorgehen aufgefordert hatte. Beide Gewerkschaften versuchen dem nun nachzukommen.
Dabei wurde von Köhn bestätigt, dass ver.di, entgegen Behauptungen der Babylon-Geschäftsleitung, bislang keine Verhandlungen über einen Haustarif führe, sondern nur informelle Vorgespräche angesetzt seien, und die erforderliche Tarifkommission noch nicht gebildet sei. Auch wurde von Köhn die Bereitschaft bekräftigt, gemeinsam mit der FAU als bestehender Tarifpartei im Betrieb an den Verhandlungstisch zu gehen. Die beiden Gewerkschaften versuchen nun, auch gegenüber der Geschäftsleitung, darauf hinzuwirken.
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